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Gehirnfutter f├╝r Pioniergeister: Inwiefern bedingen sich Erkenntnis(-gewinn) & Entscheidung? Das ist die Fragestellung mit der wir uns in Raum #837 des Deep Talk Clubs unter dem Dachthema “Erkenntnis (-gewinnung)” befassen. H├Âre selbst, welche Beispiele aufgegriffen wurden und welche Perspektiven im Dialog entstanden sind…

Transkription: ­čçę­č笭čçĘ­čçş­č玭čç╣ #837 Erkenntnis & Entscheidung | Von Dr. Yasemin Yazan

00:00:00.000 –> 00:00:04.880

Einen wundersch├Ânen guten Morgen w├╝nsche ich. Heute geht es weiter mit

00:00:04.880 –> 00:00:11.520

Erkenntnis und Entscheidung. Also inwiefern bedingen sich denn auch

00:00:11.520 –> 00:00:15.720

Erkenntnis, Gewinn und Entscheidung? Also hat es was damit zu tun, dass wir auch

00:00:15.720 –> 00:00:20.840

eine Entscheidung treffen, dass wir eine Erkenntnis gewinnen oder h├Ąngt das gar

00:00:20.840 –> 00:00:24.840

nicht zusammen oder ist das eher eine Abfolge sozusagen? Lasst uns da mal

00:00:24.840 –> 00:00:28.440

genauer drauf schauen, ob es eine Wechselwirkung gibt in irgendeiner Form

00:00:28.440 –> 00:00:33.560

eine Abfolge in die eine oder andere Richtung sozusagen und dar├╝ber wollen

00:00:33.560 –> 00:00:37.400

wir heute gerne gemeinsam schauen als Schwerpunktthema. Insofern seid ihr

00:00:37.400 –> 00:00:41.760

eingeladen, ganz herzlich wieder mit dazu zu kommen und in den Austausch

00:00:41.760 –> 00:00:46.920

einzusteigen, sodass wir verschiedene Beispiele, Perspektiven aufmachen k├Ânnen

00:00:46.920 –> 00:00:50.640

und daraus abgeleitet im Dialog dann einfach schauen, welche Aspekte

00:00:50.640 –> 00:00:55.600

zusammenkommen und wie uns das hilft, hier die Gedanken sozusagen zu sortieren

00:00:55.600 –> 00:01:01.840

und in diesem Sinne dann auch zu schauen, ob wir daraus f├╝r uns auch gewisse Aspekte heute ableiten

00:01:01.840 –> 00:01:07.320

k├Ânnen aus dem Raum. Ja, wie sonst auch wird der Raum aufgezeichnet, das nochmal als Hinweis. Das

00:01:07.320 –> 00:01:12.480

hei├čt, wer sich entscheidet mit dazu zu kommen, ist damit einverstanden automatisch, dass das

00:01:12.480 –> 00:01:17.040

Ganze aufgezeichnet und dann auch entsprechend ver├Âffentlicht wird. Und wir haben drei kleine

00:01:17.040 –> 00:01:21.840

Raumregeln. Einmal ein Profilfoto, auf dem ihr klar zu erkennen seid, Vor- und Nachnahme und

00:01:21.840 –> 00:01:26.440

mindestens einen Satz in der Bio. Wer das aus irgendwelchen Gr├╝nden nicht m├Âchte,

00:01:26.440 –> 00:01:30.480

hat alternativ nat├╝rlich die M├Âglichkeit, ├╝ber den Chat einfach in die Interaktion mit

00:01:30.480 –> 00:01:35.840

einzusteigen. Also gerne hier Gedanken, Fragen oder Ähnliches auch mit einzubringen. Dann kann

00:01:35.840 –> 00:01:41.000

ich gerne schauen, ob wir das eine oder andere auch entsprechend mit aufgreifen k├Ânnen. Ja,

00:01:41.000 –> 00:01:47.440

und damit m├Âchte ich gerne den Raum f├╝r heute Morgen gemeinsam mit diesem Schwerpunktthema

00:01:47.440 –> 00:01:53.800

Erkenntnis und Entscheidung starten und euch herzlich einladen, mit dazu zu kommen und nicht

00:01:53.800 –> 00:02:09.200

allzu viel Zeit zu “verschwenden”, damit wir auch hinten raus schneller in den Austausch kommen und

00:02:09.200 –> 00:02:14.800

gucken k├Ânnen und nicht unn├Âtig Zeit verlieren und vor allen Dingen auch auf der Aufzeichnung

00:02:14.800 –> 00:02:19.380

nicht unn├Âtig lange L├╝cken haben. Das ist mal ganz merkw├╝rdig, habe ich schon

00:02:19.380 –> 00:02:23.500

festgestellt, wenn dann L├╝cken entstehen. Wahrscheinlich f├╝r jemanden, der dann die

00:02:23.500 –> 00:02:27.220

Aufzeichnung sich anh├Ârt und warten darf und sich wundert, warum es gerade

00:02:27.220 –> 00:02:30.140

nicht weitergeht. Ja, dann stelle ich mich mal kurz auf

00:02:30.140 –> 00:02:34.660

Stumm und schaue mal, wer dazu kommen mag.

00:02:36.660 –> 00:02:39.760

[Abspann]

00:02:39.760 –> 00:03:07.760

[NO SPEECH]

00:03:14.760 –> 00:03:16.760

[Ende]

00:03:19.760 –> 00:03:49.480

Einen wundersch├Ânen guten Morgen, liebe Layla.

00:03:49.480 –> 00:03:54.360

Wundersch├Ânen guten Morgen. Jetzt habe ich den Anfang verpasst. Ich habe aber noch das mit den

00:03:54.360 –> 00:04:00.160

Pausen mitbekommen. Und zum einen muss ich sagen, ist das komisch, so eine eigene Stimme zu h├Âren,

00:04:00.160 –> 00:04:08.240

schon gar, wenn es aus dem Fernseher kommt. Und zum anderen, das mit den Pausen ist so gew├Ąhlt,

00:04:08.240 –> 00:04:12.200

aber als Zuh├Ârer ist es ein bisschen irritierend. Ich habe dann auch mal kurz ├╝berlegt,

00:04:12.200 –> 00:04:16.920

so schneiden oder nicht. Aber da sind wir ja beim Thema Entscheidungen. Du hast dich ja bewusst

00:04:16.920 –> 00:04:28.920

dagegen entschieden. Stimmt? Stimmt. Okay, weil du das Live-Erlebnis aufzeigen wolltest oder den

00:04:28.920 –> 00:04:34.200

Prozess, weil das ist jetzt f├╝r mich ganz spannend. Wie kam es denn zu dieser Entscheidung? Weil

00:04:34.200 –> 00:04:39.320

Erkenntnis und Entscheidung, weil ich finde deine Entscheidung gut, ich kann sie nachvollziehen,

00:04:39.320 –> 00:04:45.480

ich bin aber auch h├Ąufiger bei dir im Raum und habe ├╝berlegt, ja, wie ist das denn marketing

00:04:45.480 –> 00:04:51.760

technisch. Wie ist es denn, warum hat sie diese Entscheidung so getroffen? Hat es mit Erkenntnissen

00:04:51.760 –> 00:05:00.060

zu tun, Yasemin? Spannende Fragestellung. In diesem Zusammenhang hat es tats├Ąchlich mit Abw├Ągungen zu

00:05:00.060 –> 00:05:05.800

tun. Es ist einfach ein Zeitaufwand, das rauszuschneiden und deswegen wird es eins zu eins

00:05:05.800 –> 00:05:12.520

eingestellt. Also relativ easy und einfach. Aus Marketing-Gesichtspunkten w├╝rde es m├Âglicherweise

00:05:12.520 –> 00:05:15.960

eher Sinn machen, es tats├Ąchlich rauszuschneiden und es zu bearbeiten.

00:05:15.960 –> 00:05:19.200

Und gleichzeitig ist es das, was den Deep Talk immer schon

00:05:19.200 –> 00:05:23.080

ausgemacht hat, eben dieses authentische Erlebnis sicherzustellen.

00:05:23.080 –> 00:05:28.760

Das hei├čt, auch technisch gesehen, die Situation ist letztendlich, wie sie ist.

00:05:28.760 –> 00:05:34.800

Au├čer vorne und hinten, also Start und Ende, die werden tats├Ąchlich

00:05:34.800 –> 00:05:38.680

weggeschnitten im Sinne von, falls da jetzt noch mal irgendwas kommt, was nicht

00:05:38.680 –> 00:05:43.160

direkt mit dem Start verbunden ist, sondern sowas wie jetzt beispielsweise heute Morgen

00:05:43.160 –> 00:05:49.560

war jetzt zum Beispiel Vera mit auf der B├╝hne. Sowas l├Ąsst sich sehr leicht am Anfang und am

00:05:49.560 –> 00:05:55.080

Ende wegschneiden. Wenn wir anfangen, mittendrin irgendwelche Sachen rauszuschneiden, dann ist

00:05:55.080 –> 00:05:58.440

es einfach ein zeitlicher Aufwand. Man muss die Stelle suchen, man muss die Stelle finden,

00:05:58.440 –> 00:06:03.440

dann muss das rausgeschnitten werden und die Teile m├╝ssen wieder optimal zusammengelegt werden. Das

00:06:03.440 –> 00:06:10.320

muss dann eben auch tonm├Ą├čig geschaut werden, dass es gut zusammenpasst. Und insofern ist das

00:06:10.320 –> 00:06:16.400

eine Abw├Ągungssache, die hier einfach was mit dem Aufwand zu tun hat. Ja, und ist aber interessant,

00:06:16.400 –> 00:06:21.960

diesen Prozess einfach mal zu reflektieren, denn in diesem konkreten Fall sind es einfach

00:06:21.960 –> 00:06:28.160

Effizienzgr├╝nde sozusagen. Und jetzt kann man nat├╝rlich schauen, wie verh├Ąlt es sich denn in

00:06:28.160 –> 00:06:33.440

anderen Zusammenh├Ąngen gehen wir da auch

00:06:33.440 –> 00:06:36.960

in gewisse Reflexionsprozesse

00:06:36.960 –> 00:06:39.720

sozusagen rein und sind, so dass wir

00:06:39.720 –> 00:06:42.440

beispielsweise eine Entscheidung vor dem

00:06:42.440 –> 00:06:45.880

Hintergrund von gewissen

00:06:45.880 –> 00:06:48.440

Abw├Ągungen treffen oder Erkenntnisse, die

00:06:48.440 –> 00:06:50.080

wir vorher gewonnen haben. Und hier ist

00:06:50.080 –> 00:06:52.120

nat├╝rlich auch eine Erkenntnis, die zugrunde

00:06:52.120 –> 00:06:54.360

liegt, n├Ąmlich die, dass der Zeitaufwand

00:06:54.360 –> 00:06:56.640

dadurch gr├Â├čer wird. Und das

00:06:54.360 –> 00:06:58.160

Das kn├╝pft ja an eine Erfahrung an, die vorher schon da gewesen ist.

00:06:58.160 –> 00:07:02.280

Also wenn man es nicht ausprobiert hat, wei├č man ja m├Âglicherweise gar nicht, wie zeitaufwendig

00:07:02.280 –> 00:07:03.880

das Ganze nachher auch ist.

00:07:03.880 –> 00:07:05.040

Layla, was sagst du dazu?

00:07:05.040 –> 00:07:11.680

Ich hatte gerade f├╝r mich ├╝berlegt, warte ganz kurz, ich muss meine T├╝re zumachen.

00:07:11.680 –> 00:07:23.760

Weil das habe ich n├Ąmlich auch festgestellt, ich will mir schon ewig Kopfh├Ârer holen.

00:07:23.760 –> 00:07:29.760

Und ich habe ja jetzt Kopfh├Ârer und als ich mir die Aufnahme angeh├Ârt habe, Yasemin, habe ich gemerkt,

00:07:29.760 –> 00:07:39.760

dass mir dein Ton sehr gut gef├Ąllt und dass ich bei meinem Ton f├╝r mich St├Ârger├Ąusche empfunden habe.

00:07:39.760 –> 00:07:47.760

Und dann so innerlich dachte, nee, das ist so eine gleichbleibende Tonqualit├Ąt bei allen, w├Ąre ja eigentlich ganz sch├Ân.

00:07:47.760 –> 00:07:54.760

w├╝rde jetzt hei├čen, ich bin ja sehr spontan, dass man die Audioqualit├Ąt

00:07:54.760 –> 00:07:59.760

mal gucken, ob das eine Ver├Ąnderung mit einbringt.

00:07:59.760 –> 00:08:04.760

Und ja, zur├╝ck zu den Kopfh├Ârern. Also ich glaube schon, dass es eine Abw├Ągung ist,

00:08:04.760 –> 00:08:08.760

weil ich habe die Entscheidung nicht getroffen bis jetzt, weil ich dachte,

00:08:08.760 –> 00:08:15.760

das reicht so, obwohl ich selber auch One Cut Podcast manchmal mache

00:08:15.760 –> 00:08:18.440

und mir das ├╝berlegt habe.

00:08:18.440 –> 00:08:21.760

Und jetzt werde ich die Entscheidung f├╝r die Zukunft treffen,

00:08:21.760 –> 00:08:24.080

wenn mir meine Tonqualit├Ąt wichtig ist.

00:08:24.080 –> 00:08:27.160

Es ist schon komisch genug, die eigene Stimme zu h├Âren.

00:08:27.160 –> 00:08:29.920

Aber wenn sie dann nicht nur verfremdet ist,

00:08:29.920 –> 00:08:35.480

weil es so ist, dass man sich ja selber im Ohr anders h├Ârt,

00:08:35.480 –> 00:08:38.200

als der Zuh├Ârer einen h├Ârt,

00:08:38.200 –> 00:08:41.560

wenn dann auch die Tonqualit├Ąt nicht passt,

00:08:41.560 –> 00:08:43.560

dann ist das, glaube ich, nicht gut.

00:08:43.560 –> 00:08:50.760

und deswegen werde ich mir qualitativ hochwertige Kopfh├Ârer holen auf die Dauer.

00:08:50.760 –> 00:08:53.880

Und das ist zum Beispiel auch ein Abw├Ągungsprozess.

00:08:53.880 –> 00:08:57.400

Das hei├čt, ja, wir machen immer pro contra, ein St├╝ck weit.

00:08:57.400 –> 00:09:02.320

Und trotzdem bin ich zum Beispiel ein gro├čer Freund der Spontanit├Ąt.

00:09:02.320 –> 00:09:08.600

Ich muss aber auch hier sagen, da werde ich auch zur Reflexion angeregt.

00:09:08.600 –> 00:09:12.360

Spontanit├Ąt ist was Gro├čartiges, es darf aber kein Aktionismus sein.

00:09:12.360 –> 00:09:14.360

Was sagst du denn dazu?

00:09:14.360 –> 00:09:18.360

Ja, spannender Punkt mit dem Aktionismus.

00:09:18.360 –> 00:09:22.360

Ja, da gibt es ja unterschiedliche Meinungen zu

00:09:22.360 –> 00:09:26.360

und ich denke auch hier wieder, es gibt kein per se richtig oder falsch,

00:09:26.360 –> 00:09:30.360

sondern es hat eben auch mit dem Kontextbezug zu tun.

00:09:30.360 –> 00:09:35.360

Das hei├čt, gerade jetzt, wenn es um sowas geht wie Kopfh├Ârer, Mikrofon oder ├Ąhnliches,

00:09:35.360 –> 00:09:40.360

wenn du quasi regelm├Ą├čig auf Sendung bist, kann das eine besondere Bedeutung f├╝r dich haben,

00:09:40.360 –> 00:09:44.960

sodass du hier rausgehst aus der Spontanit├Ąt rein in eine gewisse Planung,

00:09:44.960 –> 00:09:48.960

vor dem Hintergrund eben jetzt auch gewisse Dinge f├╝r dich festgestellt zu haben.

00:09:48.960 –> 00:09:54.560

W├Ąhrend in anderen Situationen, also dar├╝ber w├╝rdest du m├Âglicherweise gar nicht nachdenken,

00:09:54.560 –> 00:09:57.160

wenn es eben nur eine einmalige Situation w├Ąre.

00:09:57.160 –> 00:10:00.360

Und dann w├╝rdest du einfach nur m├Âglicherweise feststellen,

00:10:00.360 –> 00:10:04.760

oh, die Tonqualit├Ąt ist vielleicht gar nicht so gut, wie ich mir das vorgestellt habe.

00:10:04.760 –> 00:10:08.160

Aber dadurch, dass du nicht st├Ąndig und immer wieder auf der B├╝hne bist

00:10:08.160 –> 00:10:13.560

oder vielleicht sogar eigene R├Ąume moderierst, wie das ja auch der Fall ist bei dir, w├╝rdest

00:10:13.560 –> 00:10:17.120

du dir dar├╝ber m├Âglicherweise auch gar keine Gedanken machen. Also das ist mal das eine.

00:10:17.120 –> 00:10:23.720

Das andere ist Spontanit├Ąt. Auch hier wieder Kontextbezug. Gewisse Dinge werden eben dadurch

00:10:23.720 –> 00:10:29.280

auch authentischer, dadurch dass es spontan ist und in der Spontanit├Ąt sozusagen auch eine gewisse

00:10:29.280 –> 00:10:34.760

Kraft liegt. Aber Spontanit├Ąt kann eben auch, keine Ahnung, beispielsweise, wenn wir jetzt gerade so

00:10:34.760 –> 00:10:40.440

Aspekte aufgreifen, wie dieses Speed of Implementation oder so. Da ist es ja h├Ąufig so,

00:10:40.440 –> 00:10:45.920

dass da geht es dann darum, wie viel Planung braucht es tats├Ąchlich oder wie spontan sollte es sein,

00:10:45.920 –> 00:10:51.240

damit es eben auch schnell geht, in Anf├╝hrungsstrichen. Und w├Ąhrend die Planung zu lange

00:10:51.240 –> 00:10:57.280

manchmal brauchen kann und dann ganz gut ist, vielleicht auch mal schnell ins Doing zu kommen

00:10:57.280 –> 00:11:02.280

und auch mal spontan Dinge zu tun, kann es auf der anderen Seite einem auch mal ├╝ber die F├╝├če

00:11:02.280 –> 00:11:06.800

Fallen bei bestimmten Themen, dass man sagt, oh, da bin ich vielleicht zu euphorisch oder zu schnell

00:11:06.800 –> 00:11:11.800

an das Thema drangegangen, w├Ąre gut gewesen, nochmal drei Sekunden l├Ąnger dar├╝ber nachzudenken.

00:11:11.800 –> 00:11:18.840

Also hier auch immer ein Wechselspiel sozusagen, je nachdem, um welchen Kontext es geht,

00:11:18.840 –> 00:11:23.440

welche Relevanz es f├╝r uns hat, welche Auswirkungen das haben kann, dass man nicht per se sagen kann,

00:11:23.440 –> 00:11:28.960

das eine oder andere ist gut, das andere schlecht, sondern dass es eben immer auch im Kontext zu

00:11:28.960 –> 00:11:36.680

betrachten und abzuw├Ągen ist, ob es eher spontan oder hier eher auch eine gewisse Planung an der

00:11:36.680 –> 00:11:43.120

Stelle braucht. Und zu den Kopfh├Ârern noch mal ganz kurz. Da kann man nat├╝rlich auch ├╝berlegen,

00:11:43.120 –> 00:11:48.200

ob das jetzt in Anf├╝hrungsstrichen, wenn dich das st├Ârt und wenn das eine Option f├╝r dich darstellt,

00:11:48.200 –> 00:11:53.280

dass es vielleicht nicht nur die Kopfh├Ârer sind, sondern das ist nat├╝rlich auch die Tonqualit├Ąt

00:11:53.280 –> 00:12:00.160

aufgrund der ├ťbertragung des Mikrofons. Das hei├čt, hier kann eben auch ein Mikrofon

00:12:00.160 –> 00:12:05.600

entsprechend Abhilfe leisten, unabh├Ąngig davon, ob die Kopfh├Ârer gut sind oder nicht. Das w├Ąre

00:12:05.600 –> 00:12:10.320

noch ein zweiter Aspekt, den man hier auch mit ber├╝cksichtigen k├Ânnte. Das nochmal vielleicht

00:12:10.320 –> 00:12:17.960

am Rande als Hinweis. Was sagst du denn dazu? Das ist f├╝r mich sehr spannend, weil ich habe

00:12:17.960 –> 00:12:22.120

gerade ├╝berlegt, was hat mich denn gehindert au├čer dem Preis bis jetzt.

00:12:22.120 –> 00:12:27.960

Ich kenne tats├Ąchlich Menschen aus der Musikbranche, Menschen, die

00:12:27.960 –> 00:12:32.540

Podcasts machen, habe mich da auch mit besch├Ąftigt und habe f├╝r mich

00:12:32.540 –> 00:12:38.680

festgestellt, ja. Und gerade innerlich, als du erz├Ąhlt hast, dachte ich so, warte mal,

00:12:38.680 –> 00:12:42.920

wenn ich jetzt ein Mikro hole, das hatten wir schon mal, dann brauche ich ein Mischpult,

00:12:42.920 –> 00:12:47.760

dann brauche ich das, dann muss ich das und das machen und das alles bevor der

00:12:47.760 –> 00:12:54.280

Raum hier anf├Ąngt und dann dachte ich, boah, das ist ja stressig. Und innerlich, weil man schreibt

00:12:54.280 –> 00:12:58.200

sich ja immer so, man macht die Zuschreibung, gibt man sich ja selber, da hatten wir ja dar├╝ber

00:12:58.200 –> 00:13:04.440

geredet. Und zum Beispiel ich bin spontan, finde ich jetzt eine sehr positive Zuschreibung. Ich

00:13:04.440 –> 00:13:10.240

bin hektisch, finde ich jetzt keine so positive Zuschreibung. Ich m├Âchte aber spontan und

00:13:10.240 –> 00:13:18.080

nachhaltig sein. Was bedeutet, diese Prozesse, die ich mir da unterbewusst ├╝berlegt habe,

00:13:18.080 –> 00:13:24.760

die jetzt gerade zu Tage kamen, die haben ja schon was damit zu tun. So in der Richtung,

00:13:24.760 –> 00:13:30.720

okay, hat das denn auch was mit meiner Zuschreibung zu tun? Weil das ist nat├╝rlich schon was,

00:13:30.720 –> 00:13:35.320

was ich mir so ein bisschen auf die Fahnen schreibe, wo ich denke, ja, ich kann in kurzer

00:13:35.320 –> 00:13:47.800

Zeit Dinge umsetzen. Und trotzdem ist es so, dass unbewusst sehr viele Entscheidungen ablaufen in

00:13:47.800 –> 00:13:52.040

mir. “Ne, das mach ich jetzt nicht. Ne, das mach ich jetzt nicht. Ne, das ist mir jetzt zu viel.”

00:13:52.040 –> 00:13:57.360

Und da sind wir ja bei dem Weg von und hin zu. Und wir machen es uns sehr gerne leicht,

00:13:57.360 –> 00:14:02.480

habe ich mal geh├Ârt. Der Mensch m├Âchte ja m├Âglichst wenig Aufwand, deswegen liebt er ja

00:14:02.480 –> 00:14:11.480

Routinen unter anderem. Ich hasse Langeweile, aber ich habe gemerkt, Routinen sind was Sch├Ânes und

00:14:11.480 –> 00:14:16.960

dass sie Dinge auch erleichtern, weil sie sehr automatisieren. Das hei├čt, wenn ich das jetzt so

00:14:16.960 –> 00:14:21.680

machen w├╝rde, was ich ja sowieso, also zum einen beruflich, weil ich n├Ąchstes Jahr mit meinen

00:14:21.680 –> 00:14:28.880

Sch├╝lern einen Podcast machen m├Âchte, wenn die Zeit daf├╝r da ist, wenn es erlaubt wird, wenn es

00:14:28.880 –> 00:14:35.040

in Ordnung ist, weil das toll f├╝r die Schule auch sein k├Ânnte und f├╝r die

00:14:35.040 –> 00:14:39.080

Sch├╝ler sein k├Ânnte und ja auch f├╝r mich. Und zum anderen ist es tats├Ąchlich

00:14:39.080 –> 00:14:43.880

so, warum betreibe ich den Aufwand denn? Betreibe ich den jetzt, w├╝rde ich den

00:14:43.880 –> 00:14:47.480

f├╝r mich alleine auch schon betreiben? Und deswegen, das w├╝rde mich jetzt sehr

00:14:47.480 –> 00:14:52.200

interessieren, Yasemin, wie ist denn das mit Zuschreibungen, die man sich selber gibt?

00:14:52.200 –> 00:14:57.200

Und wie viel davon l├Ąuft denn unbewusst ab bei Entscheidungen?

00:14:57.200 –> 00:15:04.200

Weil man generiert ja auch, wir hatten es doch mal ├╝ber unbewusste und bewusste Erkenntnisse.

00:15:04.200 –> 00:15:09.200

Du hattest zu mir gesagt, dass es wahrscheinlich weniger unbewusste Erkenntnisse gibt

00:15:09.200 –> 00:15:13.200

oder dass es die unter Umst├Ąnden nicht gibt. Ich hoffe, ich paraphrasiere dich richtig.

00:15:13.200 –> 00:15:18.200

Und dann habe ich gesagt, ja, und die bewussten Erkenntnisse, wenn wir es umdrehen,

00:15:18.200 –> 00:15:23.600

dass die best├Ąrkt werden. Und je ├Âfter ich eine Situation erlebe, wo ich spontan bin,

00:15:23.600 –> 00:15:29.680

desto mehr wird ja dieses Selbstbild best├Ątigt. Verstehst du, wie ich das meine? Sicherlich.

00:15:29.680 –> 00:15:36.560

Ja, hier sind jetzt ganz verschiedene Komponenten nochmal dabei. Also erstmal zu dem Aspekt mit den

00:15:36.560 –> 00:15:42.880

Zuschreibungen. Das hei├čt, ich habe verschiedene Assoziationen, die ich zu begriffen habe. Du

00:15:42.880 –> 00:15:47.680

Du f├╝hlst dich beispielsweise wohl, wenn du davon ausgehst, dass du spontan bist.

00:15:47.680 –> 00:15:52.920

Das ist etwas, das letztendlich ja auch andockt an etwas, was du vorher an

00:15:52.920 –> 00:15:57.600

Erlebnissen schon hattest oder du hast dich mit Begriffen entweder schon

00:15:57.600 –> 00:16:01.840

auseinandergesetzt oder Erlebnisse in Zusammenhang mit verschiedenen Begriffen

00:16:01.840 –> 00:16:06.640

gehabt und hast hier eine Assoziation sozusagen in Richtung positiv oder negativ

00:16:06.640 –> 00:16:07.920

f├╝r dich auch abgespeichert.

00:16:09.040 –> 00:16:15.240

Und insofern hat es ganz viel eben auch mit der eigenen Bewertung an der Stelle zu tun.

00:16:15.240 –> 00:16:20.880

Also wie bewerte ich verschiedene Begriffe, wie bewerte ich verschiedene Umst├Ąnde und so weiter.

00:16:20.880 –> 00:16:22.600

Das ist mal so das eine.

00:16:22.600 –> 00:16:24.520

Das hei├čt, es ist ja erst mal subjektiv.

00:16:24.520 –> 00:16:34.960

Wenn ich mir die Aufzeichnungen anh├Âre, empfinde ich das pers├Ânlich zum Beispiel gar nicht so st├Ârend, dass die Tonqualit├Ąt, die du jetzt gerade angesprochen hast.

00:16:34.960 –> 00:16:38.640

Auch hier ist es eine pers├Ânliche und subjektive Bewertung, die du vornimmst.

00:16:38.640 –> 00:16:42.680

Das ist vielleicht nochmal aufgegriffen zun├Ąchst erst mal.

00:16:42.680 –> 00:16:48.600

Und dann zu diesen bewussten und unbewussten Aspekten m├Âchte ich gerne sagen,

00:16:48.600 –> 00:16:53.880

weil wir ja auch gerade heute ├╝ber die Entscheidungen sprechen und gerade im

00:16:53.880 –> 00:16:58.600

Kontext der Entscheidungen ist das ein ganz interessanter Aspekt, den wir hier

00:16:58.600 –> 00:17:03.240

aufgreifen k├Ânnen. Denn wir haben ja h├Ąufig das Gef├╝hl, dass wir

00:17:03.240 –> 00:17:11.440

Entscheidungen rational zum Beispiel treffen. Das hei├čt, wir br├╝ten, denken dr├╝ber nach und so

00:17:11.440 –> 00:17:17.160

weiter und so fort. Ganz oft hat allerdings die Hirnforschung festgestellt, dass quasi,

00:17:17.160 –> 00:17:24.080

also es gibt sogar Personen, die sagen w├╝rden, keine einzige Entscheidung ist tats├Ąchlich

00:17:24.080 –> 00:17:32.000

rational, sondern wir entscheiden in der Regel emotional und suchen dann nach Begr├╝ndungen,

00:17:32.000 –> 00:17:37.400

sozusagen, die das st├╝tzen, was wir vorher emotional bereits entschieden haben, um

00:17:37.400 –> 00:17:42.360

dann Argumente daf├╝r zu haben, warum wir uns so entschieden haben, wie wir uns

00:17:42.360 –> 00:17:46.320

entschieden haben. Das ist ein ganz spannender Aspekt, denn das ist ein

00:17:46.320 –> 00:17:52.320

Vorgang, der quasi in Sekunden, Millisekunden abl├Ąuft und angelehnt

00:17:52.320 –> 00:17:56.240

hieran dann entsprechend Entscheidungen getroffen werden und dass wir aber

00:17:56.240 –> 00:18:01.040

h├Ąufig das Gef├╝hl haben, dadurch dass wir dann nach Argumenten suchen und

00:18:01.040 –> 00:18:05.620

Prost und Konz, die wir abw├Ągen und so weiter, dass wir denken, dass es dann

00:18:05.620 –> 00:18:10.340

tats├Ąchlich eine rationale Entscheidung ist, dass die rationale Entscheidung aber

00:18:10.340 –> 00:18:16.100

im Ursprung h├Ąufig, wenn nicht sogar vielleicht ausschlie├člich, emotional

00:18:16.100 –> 00:18:21.340

zun├Ąchst erstmal begr├╝ndet ist. Was sagst du denn dazu, Layla?

00:18:21.340 –> 00:18:29.960

Sofern du mich h├Âren kannst gerade, weil du bist noch auf Stumm,

00:18:29.960 –> 00:18:34.960

Deswegen ├╝berpr├╝fe ich jetzt erst noch mal. Es kann sein, ich habe eben gerade das Telefonzeichen gesehen,

00:18:34.960 –> 00:18:41.960

dass Layla auch gerade am Telefonieren ist. Schauen wir mal. Das sieht mir fast schon so aus, auch wenn ich es nicht sehe.

00:18:41.960 –> 00:18:47.960

Ja, genau. Also ich habe gerade einen Anruf gekriegt, den ich aber verschoben habe. So ist es manchmal im Leben.

00:18:47.960 –> 00:18:53.960

Du hattest den Punkt angesprochen, dass du gesagt hast, dass das viel da unbewusst abl├Ąuft.

00:18:53.960 –> 00:18:59.800

abl├Ąuft. Und ich musste dann automatisch an Sendeformate denken, die ganz h├Ąufig

00:18:59.800 –> 00:19:04.680

beklagt werden. Und da kann man aber auch den, nehmen wir den Alltagsmenschen.

00:19:04.680 –> 00:19:11.160

Dass Menschen, das was du gesagt hast, das empfinde ich auch so, dass es so ist,

00:19:11.160 –> 00:19:15.200

dass man oftmals versucht, seine Meinung zu st├╝tzen. Dass man schon eine

00:19:15.200 –> 00:19:20.840

Erkenntnis eigentlich unbewusst, also aus meiner Sicht unbewusst generiert hat.

00:19:20.840 –> 00:19:22.840

Und dann versucht man, in eine Richtung zu gehen.

00:19:22.840 –> 00:19:25.840

Und bei diesen Sendeformaten ist es dann oftmals so,

00:19:25.840 –> 00:19:28.840

dass dann gesagt wird, naja, die machen eine Sendung

00:19:28.840 –> 00:19:32.840

und das ist ihre Position und jetzt suchen sie nach Argumenten,

00:19:32.840 –> 00:19:35.840

die die Position st├╝tzen. Wie k├Ânnen sie nur?

00:19:35.840 –> 00:19:38.840

Aber wenn wir da menschlich rangehen, ist das sehr menschlich,

00:19:38.840 –> 00:19:40.840

weil wir suchen immer nach Logik.

00:19:40.840 –> 00:19:44.840

Wir suchen sogar in Horoskopen nach Logik und sagen,

00:19:44.840 –> 00:19:54.840

“Ah, stimmt, ich bin Steinbock, ich bin ja eher so der Denker, aber dann bin ich noch Aszendenz-Skorpion,

00:19:54.840 –> 00:20:00.840

deswegen bin ich da so leidenschaftlich.” Die einen halten das f├╝r Quatsch, bitte sagt das dann dem

00:20:00.840 –> 00:20:06.840

Gegen├╝ber nicht so, das f├╝hrt bei dem nicht zu Erkenntnissen, sondern eher zu Gegenwehr.

00:20:06.840 –> 00:20:12.840

Und Wahrheit hat ja auch immer was mit Wahrnehmung zu tun, ist so meine Sicht der Dinge.

00:20:12.840 –> 00:20:16.360

Und deswegen, nur weil es f├╝r mich nicht wahr ist, hei├čt das ja nicht, dass es nicht

00:20:16.360 –> 00:20:20.960

wahr ist, sondern es hei├čt einfach nur, dass es in meiner Welt so ist.

00:20:20.960 –> 00:20:23.800

Und ich nehme jetzt mal Tatsachen da raus.

00:20:23.800 –> 00:20:26.120

Und da hatten wir ja auch schon oft dr├╝ber gesprochen.

00:20:26.120 –> 00:20:30.440

Ich finde das aber sehr interessant, weil ich glaube, dass diese Logik, die da dahinter

00:20:30.440 –> 00:20:32.640

steckt, wir suchen immer nach einem System.

00:20:32.640 –> 00:20:36.760

Und dass wir unbewusst unser Selbstbild, und deswegen fand ich das auch sch├Ân, dass

00:20:36.760 –> 00:20:42.280

du mir das beim letzten Mal gesagt hast, alles, was damit beginnt, ich bin.

00:20:42.280 –> 00:20:45.640

Das versuchen wir dann auch unterschwellig zu best├Ątigen.

00:20:45.640 –> 00:20:51.120

Und wenn ich jetzt sage, ich bin spontan und ich habe auch gerade ├╝berlegt, warum ist mir der Ton so wichtig?

00:20:51.120 –> 00:20:56.320

Weil ich meine Stimme mag, ist er mir wichtig.

00:20:56.320 –> 00:21:01.560

Weil ich gerne moduliere, weil ich das als Werkzeug sehe.

00:21:01.560 –> 00:21:06.040

Deswegen ist mir sowas wichtig und ich bin sehr affin f├╝r sowas.

00:21:06.040 –> 00:21:07.880

Das ist aber alles unbewusst.

00:21:07.880 –> 00:21:12.280

Und es hat auch was mit meinem positiven Selbstbild zu tun, weil das ist mir schon gesagt worden.

00:21:12.280 –> 00:21:15.760

Ich habe sogar schon mal im Krankenhaus angerufen, da war ich noch sehr jung,

00:21:15.760 –> 00:21:20.720

und habe dann gesagt, da habe ich einen Test gemacht, also das war f├╝r eine Allergie.

00:21:20.720 –> 00:21:25.640

Und dann hat der Arzt am Telefon gesagt, leider haben Sie nichts.

00:21:25.640 –> 00:21:27.120

Und ich so, wie bitte?

00:21:27.120 –> 00:21:30.920

Und er so, ja, sonst w├Ąren Sie ja vielleicht vorbeigekommen.

00:21:30.920 –> 00:21:35.840

Man muss dazu sagen, also politisch korrekt, er wusste auch nicht aus dem FF, wie alt ich bin.

00:21:35.840 –> 00:21:40.840

Aber das ist eine positive Zuschreibung, die ich bekommen habe, die ich best├Ątigt habe.

00:21:40.840 –> 00:21:45.840

Und deswegen ist mir zum Beispiel sowas wichtig. Das ist aber alles unbewusst.

00:21:45.840 –> 00:21:48.840

Und deswegen kann ja jeder f├╝r sich mal in die Reflexion gehen und sich ├╝berlegen,

00:21:48.840 –> 00:21:54.840

naja, wenn ich jetzt ein Ziel habe und wenn ich jetzt eine Einstellung habe,

00:21:54.840 –> 00:21:57.840

suche ich nur nach Best├Ątigung dessen und gehe in die Bewertung.

00:21:57.840 –> 00:22:04.840

Obwohl, Yasemin, ich habe mir ├╝berlegt, wir sind ja Individuen und ist es nicht normal,

00:22:04.840 –> 00:22:08.840

dass wir ein bisschen in die Bewertung gehen, auch wenn wir den Schritt zur├╝ckgehen k├Ânnen?

00:22:08.840 –> 00:22:16.640

Es ist absolut normal, dass wir in die Bewertung gehen, weil wir einfach ein Wesen sind,

00:22:16.640 –> 00:22:22.760

das sozial und emotional sozusagen ist und insofern die Emotionen immer eine Rolle auch spielen. Das

00:22:22.760 –> 00:22:29.120

hei├čt, die Frage ist nicht, ob es normal oder unnormal ist an der Stelle, sondern normal ist

00:22:29.120 –> 00:22:34.240

es per se schon. Wir machen das automatisch, nur vor dem Hintergrund, wenn wir es wissen,

00:22:34.240 –> 00:22:40.500

dass wir es automatisch machen, dann k├Ânnen wir ja hier auch in eine gewisse Reflexion

00:22:40.500 –> 00:22:45.940

und Regulierung sozusagen gehen, zum Beispiel im Sinne der Emotionsregulierung. Also wenn ich wei├č,

00:22:45.940 –> 00:22:50.500

dass eben gewisse Emotionen hier eine Rolle spielen, dass ich dann anschlie├čend, angelehnt

00:22:50.500 –> 00:22:55.240

daran, eben auch Bewertungen vornehme, dann habe ich die M├Âglichkeit, das Ganze auch zu reflektieren,

00:22:55.240 –> 00:23:00.620

ganz bewusst zu reflektieren und hier auch Kontextbez├╝ge herzustellen und vor diesem

00:23:00.620 –> 00:23:07.660

Hintergrund eben auch andere Entscheidungen m├Âglicherweise zu treffen, als ich sie “spontan”

00:23:07.660 –> 00:23:11.660

getroffen h├Ątte, weil ich den Prozess gar nicht reflektiere.

00:23:11.660 –> 00:23:16.700

Und wenn wir jetzt Erkenntnis und Entscheidung in dieser Kombination uns nochmal anschauen,

00:23:16.700 –> 00:23:17.700

das finde ich eben auch ganz spannend.

00:23:17.700 –> 00:23:22.540

Das hei├čt, du hast dir jetzt zum Beispiel die Aufzeichnung angeh├Ârt, hast dann festgestellt,

00:23:22.540 –> 00:23:27.460

mir gef├Ąllt der Ton nicht, das mag jetzt erstmal eine subjektive Wahrnehmung und Bewertung

00:23:27.460 –> 00:23:32.240

von dir sein, geht ja gar nicht darum, ob das richtig oder falsch ist, sondern dein

00:23:32.240 –> 00:23:33.240

Erlebnis ist.

00:23:33.240 –> 00:23:34.780

Ich finde, das h├Ârt sich nicht gut an.

00:23:34.780 –> 00:23:41.060

Das hei├čt, hier hast du eine Erkenntnis gewonnen f├╝r dich und diese Erkenntnis dann f├╝hrt

00:23:41.060 –> 00:23:43.020

dazu, dar├╝ber jetzt nachzudenken.

00:23:43.020 –> 00:23:46.060

Zum Beispiel brauche ich neue Kopfh├Ârer, brauche ich vielleicht ein Mikro?

00:23:46.060 –> 00:23:47.900

Ne, Mikro ist mir vielleicht zu aufwendig.

00:23:47.900 –> 00:23:54.060

Das hei├čt, hier finden dann entsprechende Abw├Ągungsprozesse statt und dann m├╝ndet das

00:23:54.060 –> 00:23:55.340

Ganze in einer Entscheidung.

00:23:55.340 –> 00:24:00.460

Die Entscheidung kann jetzt lauten, ich kaufe mir neue Kopfh├Ârer, die besser sind, qualitativ

00:24:00.460 –> 00:24:02.860

hochwertiger, wo der Ton besser ├╝bertragen wird.

00:24:02.860 –> 00:24:07.740

Die Entscheidung k├Ânnte sein, so wichtig ist das Ganze nicht, ich belasse einfach alles

00:24:07.740 –> 00:24:11.700

so wie es ist, obwohl ich die Erkenntnis gewonnen habe, dass die Tonqualit├Ąt nicht

00:24:11.700 –> 00:24:14.380

gut ist oder wie auch immer.

00:24:14.380 –> 00:24:19.180

Das hei├čt, auch hier gibt es verschiedene Optionen, aber aus dieser Erkenntnis, die

00:24:19.180 –> 00:24:25.020

generiert wurde, habe ich sozusagen die M├Âglichkeit, eine Entscheidung abzuleiten und auch die

00:24:25.020 –> 00:24:31.740

Entscheidung nichts zu ver├Ąndern, w├Ąre dann auch eine bewusste Entscheidung.

00:24:31.740 –> 00:24:36.980

Und andersherum gibt es auch Situationen, in denen wir vielleicht eine Entscheidung getroffen

00:24:36.980 –> 00:24:43.820

haben in irgendeinem Kontext, die dann letztendlich nicht unbedingt aus einer Erkenntnis herr├╝hrt,

00:24:43.820 –> 00:24:48.020

sondern dass wir einfach vielleicht auch aus verschiedenen Gedanken, die wir haben, eine

00:24:48.020 –> 00:24:53.420

Entscheidung ableiten und dann aus dieser Entscheidung heraus wieder durch das, was

00:24:53.420 –> 00:24:58.780

dann in der Umsetzung passiert, dann eben auch wieder neue Erkenntnisse beispielsweise generiert

00:24:58.780 –> 00:25:04.780

werden. Und jetzt kann man nicht nur sagen, dass es quasi in die eine oder in die andere

00:25:04.780 –> 00:25:10.860

Richtung geht, sondern es ist quasi wie eine Art Kreislauf oder eine Fortsetzung einer Prozesskette.

00:25:10.860 –> 00:25:16.620

Das hei├čt, eine Erkenntnis f├╝hrt m├Âglicherweise zu einer Entscheidung, die Entscheidung wiederum

00:25:16.620 –> 00:25:20.940

f├╝hrt wieder zu neuen Erkenntnissen und so weiter. So k├Ânnte man diese Kette auch endlos

00:25:20.940 –> 00:25:27.940

weiter fortsetzen. H├Ârt sich das plausibel an oder gibt es hier auch noch andere Alternativen?

00:25:27.940 –> 00:25:28.940

Layla.

00:25:28.940 –> 00:25:33.940

Ja, das h├Ârt sich sehr plausibel an. Warte ganz kurz.

00:25:33.940 –> 00:25:44.940

Also es h├Ârt sich insofern, es h├Ârt sich plausibel an, weil ich glaube, dass dieses

00:25:44.940 –> 00:25:47.140

dass dieses Bewusstmachen wichtig ist.

00:25:47.140 –> 00:25:52.940

Es tut mir leid, ich war jetzt parallel die ganze Zeit immer zudem bei Automatismen,

00:25:52.940 –> 00:25:57.940

weil ich dann jetzt ├╝berlegt habe, warte mal, wenn Automatismen jetzt dazu f├╝hren,

00:25:57.940 –> 00:26:01.540

dass wir Dinge schnell entscheiden k├Ânnen.

00:26:01.540 –> 00:26:07.540

Und wir leben ja in einer Zeit, wo wir Dinge inzwischen auch mal schnell entscheiden m├╝ssen,

00:26:07.540 –> 00:26:11.940

weil, das hatten wir auch gestern bei deinem Autoren-Fr├╝hr├╝ckst├╝ck,

00:26:11.940 –> 00:26:14.420

Es wird ja alles immer schneller.

00:26:14.420 –> 00:26:20.580

Und wir kommen da nur bewusst in die Entschleunigung.

00:26:20.580 –> 00:26:25.060

Und dann dachte ich, ja, und diese Automatismen sind ja auch f├╝r viele Dinge gut.

00:26:25.060 –> 00:26:33.220

Und die Problematik, die ich hier sehe, oder die Herausforderung, um es freundlicher auszudr├╝cken,

00:26:33.220 –> 00:26:38.260

liegt bei mir darin, dass ich dann so gedacht habe, so, ja, und dann verfalle ich pl├Âtzlich in Muster.

00:26:38.260 –> 00:26:40.740

So wie ich gelernt habe, wie man Fahrrad f├Ąhrt.

00:26:40.740 –> 00:26:44.380

Und das ist ja einfach und das kann ich ja immer wieder aufgreifen.

00:26:44.380 –> 00:26:46.980

Da ist das toll, dieser Automatismus.

00:26:46.980 –> 00:26:50.700

Es ist aber schwierig, wenn ich zu einem Familientreffen zum Beispiel gehe.

00:26:50.700 –> 00:26:58.780

Und dann mache ich das so, dass ich ein Verhalten aus meiner Jugend wiederhole.

00:26:58.780 –> 00:27:03.500

Und dann ist man eigentlich erwachsen und merkt dann,

00:27:03.500 –> 00:27:08.500

dass man mit den anderen Menschen in einer anderen Rolle spricht.

00:27:08.500 –> 00:27:11.500

Das fand ich gerade ganz interessant.

00:27:11.500 –> 00:27:15.500

Und dann wirklich dieser Punkt, wie ist es denn dann wichtig,

00:27:15.500 –> 00:27:21.500

gegen die Automatismen vorzugehen, also um es provokativ auszudr├╝cken,

00:27:21.500 –> 00:27:25.500

oder sie nur anzuschauen, neutral und zu denken,

00:27:25.500 –> 00:27:30.500

ja, jetzt wird es ein Automatismus und damit keine bewusste Entscheidung mehr.

00:27:30.500 –> 00:27:32.500

Wei├čt du, wie ich das meine?

00:27:32.500 –> 00:27:37.420

Ja, eine ganz wichtige und interessante Fragestellung in dem Zusammenhang auch,

00:27:37.420 –> 00:27:41.500

denn wir haben ja ganz viel auch ├╝ber Routinen etc. auch schon in der

00:27:41.500 –> 00:27:46.300

Vergangenheit gesprochen. Das hei├čt, immer dann, wenn sich gewisse Abl├Ąufe

00:27:46.300 –> 00:27:49.940

beispielsweise wiederholen, entwickeln wir Routinen und die sind auch total

00:27:49.940 –> 00:27:55.260

wichtig f├╝r uns, weil wir per se nat├╝rlich auch gewisse ├Ąhnliche Abl├Ąufe,

00:27:55.260 –> 00:27:58.940

wenn wir die abspeichern k├Ânnen, das gibt uns ja auch Orientierung, Struktur,

00:27:58.940 –> 00:28:04.660

Sicherheit und so weiter. Das hei├čt, gerade wenn wir auch auf Alltagsroutinen gucken,

00:28:04.660 –> 00:28:09.860

die wir einsetzen, die wir entwickelt haben ├╝ber die Zeit, dann sind die f├╝r uns auch wichtig.

00:28:09.860 –> 00:28:17.820

Stellt euch mal vor, wir w├╝rden wirklich bei jedem Aspekt, den wir uns t├Ąglich anschauen

00:28:17.820 –> 00:28:23.020

w├╝rden, im Alltag tats├Ąchlich immer wieder eine neue Entscheidung treffen m├╝ssen. Dann w├╝rden wir

00:28:23.020 –> 00:28:27.540

ja wahnsinnig werden, w├╝rden wir ja gar nicht mehr gro├čartig aus dem Abw├Ągen und wieder neuen

00:28:27.540 –> 00:28:32.940

Entscheidungen treffen rauskommen. Das hei├čt, diese Prozesse sind durchaus schon wichtig f├╝r uns und

00:28:32.940 –> 00:28:38.580

damit wir eben auch Orientierungssicherheit und so weiter auch alles haben. Und gleichwohl, dadurch

00:28:38.580 –> 00:28:44.740

dass eben hier Automatismen und Routinen greifen, kann es eben sehr sinnvoll sein, weil du hast jetzt

00:28:44.740 –> 00:28:49.140

auch von Mustern gesprochen, eben immer wieder auf verschiedene Dinge auch mal drauf zu schauen,

00:28:49.140 –> 00:28:55.980

die wir vielleicht per se gar nicht hinterfragen w├╝rden, um mal das eine oder andere eben im

00:28:55.980 –> 00:29:00.560

Wechsel von von Zeit zu Zeit, wie es auch

00:29:00.560 –> 00:29:03.220

kontextm├Ą├čig gerade passt, eben auch

00:29:03.220 –> 00:29:05.460

durchaus mal zu reflektieren und zu

00:29:05.460 –> 00:29:07.460

hinterfragen, um gegebenenfalls

00:29:07.460 –> 00:29:08.980

eventuelle Muster, die dahinter liegen und

00:29:08.980 –> 00:29:10.740

die nicht immer hilfreich sind in

00:29:10.740 –> 00:29:12.620

verschiedenen Zusammenh├Ąngen, auch

00:29:12.620 –> 00:29:14.380

aufdecken zu k├Ânnen und selbst auch

00:29:14.380 –> 00:29:16.460

entdecken zu k├Ânnen und vor diesem

00:29:16.460 –> 00:29:18.940

Hintergrund der Reflexion auch die

00:29:18.940 –> 00:29:21.900

M├Âglichkeit f├╝r sich selber zu haben,

00:29:21.900 –> 00:29:24.060

eben auch andere Entscheidungen, neue

00:29:24.060 –> 00:29:25.700

Entscheidungen oder ├Ąhnliches zu treffen

00:29:24.060 –> 00:29:27.500

beziehungsweise auch die Entscheidung zu treffen, es beizubehalten, wie es ist.

00:29:27.500 –> 00:29:32.500

Also das ist ja auch durchaus eine Entscheidung, die seinen Platz hat.

00:29:32.500 –> 00:29:35.700

Es geht nicht immer nur darum, Dinge neu oder anders zu entscheiden,

00:29:35.700 –> 00:29:39.260

sondern manchmal ist es auch f├╝r uns in dem Moment vielleicht auch genau die

00:29:39.260 –> 00:29:42.860

richtige Entscheidung, in Anf├╝hrungsstrichen, vor dem Hintergrund von

00:29:42.860 –> 00:29:46.340

verschiedenen Abw├Ągungen, dass wir sagen, wir behalten es bei, so wie es ist.

00:29:46.340 –> 00:29:49.020

Kannst du das einordnen, Layla?

00:29:49.020 –> 00:29:55.540

Total. Und ich habe jetzt gerade f├╝r mich ├╝berlegt, ob man nicht solche Themen… Also es gibt ja

00:29:55.540 –> 00:30:00.500

verschiedene Arten und Weisen, die Welt zu betrachten. Und die einen sagen, okay, ich habe

00:30:00.500 –> 00:30:05.780

das jetzt auf dem Glaubenssystem. Die anderen sagen, okay, ich mache das jetzt so, dass ich an

00:30:05.780 –> 00:30:11.900

mich glaube. Die anderen sagen, okay, ich bestelle mir was beim OZI-Universum. Da gibt es ja jetzt

00:30:11.900 –> 00:30:19.420

auch eine neue Sache auf TikTok, wo, ach Gott, wie hie├čen die? Nicht Happy Girls, die hei├čen

00:30:19.420 –> 00:30:23.940

irgendwie anders. Auf jeden Fall w├╝nschen die sich was ganz Dolles und dann kommt es in ihr Leben.

00:30:23.940 –> 00:30:31.700

Und man kann dar├╝ber lachen, aber wir sind ja beim Gesetz der Anziehung. Und wenn man

00:30:31.700 –> 00:30:39.740

Pers├Ânlichkeitsentwicklungsb├╝cher liest, wird einem immer wieder auffallen, dass, also bei allen

00:30:39.740 –> 00:30:43.940

verschiedenen Dingen, die ich mir durchgelesen habe, ob ich das jetzt esoterisch war, ob das

00:30:43.940 –> 00:30:49.420

jetzt spirituell war, ob das jetzt, auf was das auch immer beruht hat, es war immer so eine

00:30:49.420 –> 00:30:55.940

Gemeinsamkeit, dass mir Situationen im Leben immer wieder begegnen, bis ich sie bearbeitet habe. Und

00:30:55.940 –> 00:31:01.180

ich habe jetzt gerade f├╝r mich ├╝berlegt, ja, und ich k├Ânnte das jetzt entzaubern, indem ich einfach

00:31:01.180 –> 00:31:08.980

sage, ich lebe ein Muster, rein psychologisch, das ich mir noch nicht bewusst gemacht habe.

00:31:08.980 –> 00:31:15.940

Ja, und da gibt es verschiedene M├Âglichkeiten. Man kann ja zu einem Coach gehen, man kann

00:31:15.940 –> 00:31:23.100

Kommunikation. Die Kommunikation mit dir hilft mir gerade insofern, dass ich das jetzt nochmal

00:31:23.100 –> 00:31:28.180

anders betrachte. Und wenn ich das jetzt aber entzaubern m├Âchte, dann kann ich sagen, ja,

00:31:28.180 –> 00:31:35.820

ich lebe dieses Muster und entweder ist dieses Muster dann gut f├╝r mich oder ich ├Ąrgere mich

00:31:35.820 –> 00:31:43.140

dar├╝ber oder ich suche nach Verantwortung. Und das ist ja das, was auch in diesen B├╝chern immer

00:31:43.140 –> 00:31:49.740

steht. So eine Richtung, du hast die Verantwortung f├╝r dich selber, sei der Chairman. Und vielleicht

00:31:49.740 –> 00:31:57.820

beabsichtige ich das nicht und trotzdem habe ich auch Mechanismen, die verschiedene Muster ausl├Âsen,

00:31:57.820 –> 00:32:03.900

Und dann ist es ganz gut, sich die mal bewusst zu machen und dann zu ├╝berlegen, m├Âchte

00:32:03.900 –> 00:32:06.420

ich diese Situation wieder in meinem Leben haben?

00:32:06.420 –> 00:32:09.260

Und was kann ich tun?

00:32:09.260 –> 00:32:10.780

Weil das ist ja der Punkt.

00:32:10.780 –> 00:32:14.220

Man sagt ja immer, die anderen kann ich nicht ver├Ąndern, aber ich kann mich ver├Ąndern.

00:32:14.220 –> 00:32:16.100

Ja, ist so.

00:32:16.100 –> 00:32:23.460

Und in der systemischen Therapie ist es auch so, wenn sich eine Person im System ├Ąndert,

00:32:23.460 –> 00:32:24.460

├Ąndert sich das System.

00:32:24.460 –> 00:32:27.100

Ich muss gucken, dass ich nicht zu weit vom Thema abkomme.

00:32:27.100 –> 00:32:28.100

Entschuldige, Yasemin.

00:32:28.100 –> 00:32:30.860

Und dass ich langsamer spreche.

00:32:30.860 –> 00:32:37.580

Ja, und ich glaube einfach, dass dieses Bewusstmachen, dass das so ein bisschen, das entzaubern k├Ânnte,

00:32:37.580 –> 00:32:40.580

dass man da so ein bisschen das auch sachlich sehen kann.

00:32:40.580 –> 00:32:45.860

Ja, es begegnet mir immer wieder, weil ich unbewusst auch immer wieder ein Muster lebe,

00:32:45.860 –> 00:32:49.780

dass ich in eine ├ťbertragung komme, eine Projektion, dass ich ein Handlungsmuster

00:32:49.780 –> 00:32:51.700

habe und sich das bewusst zu machen.

00:32:51.700 –> 00:32:53.780

Jetzt bin ich super gespannt, was du dazu sagst.

00:32:53.780 –> 00:33:01.300

Ja, ich bin absolut bei dir. Also letztendlich das Bewusstmachen spielt eine Rolle. Das Entzaubern

00:33:01.300 –> 00:33:07.980

fand ich jetzt auch sch├Ân, auch vom Wording her. Und letztendlich werden diese Prozesse eben durch

00:33:07.980 –> 00:33:14.020

unterschiedliche Dinge angesto├čen. Und ich finde das total spannend, weil gerade mit dem Thema,

00:33:14.020 –> 00:33:18.220

mit dem du ja auch urspr├╝nglich jetzt heute Morgen eingestiegen bist, das ist ja, wir haben bisher

00:33:18.220 –> 00:33:22.620

keine Aufzeichnungen gehabt, auf denen du dich selbst jetzt hier in diesem Zusammenhang h├Âren

00:33:22.620 –> 00:33:27.220

konntest. Das hei├čt, es ist eine neue Situation eingetreten. Du hast die Situation f├╝r dich

00:33:27.220 –> 00:33:32.660

genutzt, hast dir die eine oder andere Aufzeichnung vielleicht angeh├Ârt und hast eben daraus

00:33:32.660 –> 00:33:38.060

jetzt gewisse Dinge f├╝r dich abgeleitet, dadurch, dass dir bestimmte Dinge aus deiner

00:33:38.060 –> 00:33:42.700

Perspektive, aus deiner ganz pers├Ânlichen Perspektive bewusst geworden sind. Also hier

00:33:42.700 –> 00:33:47.900

sind dann die Bewertungen drin und, und, und. Und eben auch dann zu ├╝berlegen, wieder in

00:33:47.900 –> 00:33:49.940

der Handlung, was mache ich jetzt damit?

00:33:49.940 –> 00:33:55.380

Und das finde ich total spannend, weil wir haben im Chat auch noch mal einen Beitrag,

00:33:55.380 –> 00:33:57.620

den greife ich gerne in dem Zusammenhang auch noch mal mit auf.

00:33:57.620 –> 00:34:01.460

Ismail fragt n├Ąmlich, wie kann ich gute Entscheidungen treffen?

00:34:01.460 –> 00:34:03.700

Woran kann man gute Entscheidungen erkennen?

00:34:03.700 –> 00:34:09.020

Ich denke dar├╝ber nach, wie treffenden zum Beispiel CEOs Entscheidungen bestimmt, haben sie

00:34:09.020 –> 00:34:11.580

einen Prozess f├╝r Entscheidungen.

00:34:11.580 –> 00:34:17.380

Und da haben wir gestern auch bei dem Autoren-Fr├╝hst├╝ck, k├Ânnen wir gerne einmal mit

00:34:17.380 –> 00:34:22.140

aufgreifen, dass unterschiedliche Perspektiven eine Rolle spielen bei der

00:34:22.140 –> 00:34:28.240

Entscheidungsfindung. Gestern hatte Dr. J├╝rgen Sammet gesagt, bei dem Kontext

00:34:28.240 –> 00:34:33.400

Lernen, mindestens drei Perspektiven, die wir in Unternehmen beispielsweise

00:34:33.400 –> 00:34:39.080

einnehmen, also didaktisch betrachtet, was brauche ich, sowas wie Zeit, Ressourcen,

00:34:39.080 –> 00:34:42.720

dann kann ich das Ganze aus der Perspektive betriebswirtschaftlich

00:34:42.720 –> 00:34:49.200

betrachten. Da k├Ânnte die Skalierung zum Beispiel eine Rolle spielen. Also wie

00:34:49.200 –> 00:34:53.240

bekommen wir die Schulung in nur einer Stunde hin, damit die Mitarbeiter nicht

00:34:53.240 –> 00:34:59.800

zu lange eben zum Beispiel aus der Praxis rausgeholt werden und die

00:34:59.800 –> 00:35:03.160

Prozesse nicht in Stocken kommen und die Aufgaben erledigt werden.

00:35:03.160 –> 00:35:08.760

Dann k├Ânnte eine Perspektive sein, eben auch die technischen Tools, die zur

00:35:08.760 –> 00:35:15.360

Verf├╝gung stehen bzw. die

00:35:15.360 –> 00:35:16.860

erforderlich w├Ąren. Und so haben wir

00:35:16.860 –> 00:35:19.200

verschiedene Perspektiven, aus denen wir

00:35:19.200 –> 00:35:20.760

drauf schauen k├Ânnen. Das werden wir

00:35:20.760 –> 00:35:22.520

morgen noch mal weiter vertiefen, denn

00:35:22.520 –> 00:35:24.960

morgen ist unser Thema Erkenntnis- und

00:35:24.960 –> 00:35:27.160

Perspektivenwechsel. Das hei├čt hier

00:35:27.160 –> 00:35:28.600

eben auch noch mal in die Vertiefung zu

00:35:28.600 –> 00:35:29.600

gehen, aber ich finde es jetzt passend.

00:35:29.600 –> 00:35:32.080

Deswegen habe ich es schon mal mit

00:35:32.080 –> 00:35:36.000

aufgegriffen, zur Erinnerung sozusagen.

00:35:32.080 –> 00:35:40.080

Und dann haben wir auch Aspekte wie Prozesse, was ganz klassischerweise auch in Unternehmen

00:35:40.080 –> 00:35:45.320

stattfindet, ist sowas wie eine Abw├Ągung, die gemacht wird vor dem Hintergrund, was ist denn

00:35:45.320 –> 00:35:53.520

das Best-Case-Szenario, also die beste Variante, die eintreten k├Ânnte, wenn dann Konsolation,

00:35:53.520 –> 00:35:59.360

also wenn dann Konsolation zu denken, dann was ist das Worst-Case-Szenario, was w├╝rde im

00:35:59.360 –> 00:36:05.480

schlimmsten Fall passieren und was h├Ąufig vergessen wird im Alltag. Und das

00:36:05.480 –> 00:36:09.080

ist auch etwas, was gerade CEOs durchaus einsetzen bei ihrer

00:36:09.080 –> 00:36:13.240

Entscheidungsfindung ist. Was ist most likely, also die

00:36:13.240 –> 00:36:18.600

wahrscheinlichste aller Abw├Ągungen und ├ťberlegungen an Ergebnis, was

00:36:18.600 –> 00:36:22.080

eintreffen k├Ânnte und vor dem Hintergrund der Wahrscheinlichkeiten

00:36:22.080 –> 00:36:24.480

hier auch noch mal Entscheidungen zu treffen.

00:36:24.480 –> 00:36:30.000

Zu dem Aspekt, woher wei├č ich oder woran erkenne ich gute Entscheidungen?

00:36:30.000 –> 00:36:36.600

Die Entscheidungen sind meistens vor dem Hintergrund von verschiedenen Abw├Ągungen vielleicht getroffen.

00:36:36.600 –> 00:36:44.040

Ob eine Entscheidung gut war oder schlecht war, kann ich in der Situation in der Regel gar nicht beurteilen,

00:36:44.040 –> 00:36:45.720

sondern erst in der R├╝ckschau.

00:36:45.720 –> 00:36:51.360

Das hei├čt, in der R├╝ckschau, wenn eine gewisse Zeit vergangen ist, kann ich dann draufschauen

00:36:51.360 –> 00:36:57.160

Und auch wieder hier vor dem Hintergrund einer entsprechenden Reflexion zu einem Ergebnis

00:36:57.160 –> 00:36:58.160

f├╝r mich gelangen.

00:36:58.160 –> 00:37:03.080

Allerdings, und hier kommt die Einschr├Ąnkung, ist auch hier wieder nochmal zu unterstreichen,

00:37:03.080 –> 00:37:09.400

ja, das kann ja durchaus auch hier sehr, kann das teilweise sehr subjektiv sein.

00:37:09.400 –> 00:37:15.320

Denn ob ich das als eine gute oder schlechte Entscheidung in der R├╝ckschau betrachte,

00:37:15.320 –> 00:37:20.240

hat ja auch sehr viel damit zu tun, aus welcher Perspektive ich drauf schaue, aus welchen

00:37:20.240 –> 00:37:23.860

Gesichtspunkten ich diese Entscheidung f├╝r mich treffe, dass es eine gute oder

00:37:23.860 –> 00:37:28.340

schlechte Entscheidung war und hier auch wieder diese Bewertung eine ganz gro├če

00:37:28.340 –> 00:37:33.480

Rolle spielt. Und wir hatten ja auch in einem der R├Ąume dar├╝ber gesprochen, dass

00:37:33.480 –> 00:37:38.020

wir ja immer wieder neue Erkenntnisse generieren und gewinnen. Das hei├čt, das

00:37:38.020 –> 00:37:41.580

kann sein, dass ich etwas als gute Entscheidung vielleicht sogar bewerte

00:37:41.580 –> 00:37:45.180

in der R├╝ckschau und nach einer gewissen Zeit, wenn ich nach drei Jahren

00:37:45.180 –> 00:37:48.860

beispielsweise drauf schaue, vielleicht auch wieder zu einem neuen Ergebnis f├╝r

00:37:48.860 –> 00:37:54.860

mich komme. Also insofern ist es schwierig, hier mit gut oder schlecht oder richtig oder falsch

00:37:54.860 –> 00:38:02.340

als bin├Ąre Systeme an die Thematik dranzugehen, weil ich mir immer wieder bewusst machen kann,

00:38:02.340 –> 00:38:07.740

dass es Momentaufnahmen sind, wo ich immer wieder quasi in die Bewertung reingehe vor

00:38:07.740 –> 00:38:17.380

dem Hintergrund von … Layla, was sagst du dazu? Ich sag dazu, ich hab Philosophie studiert und

00:38:17.380 –> 00:38:22.620

freue mich gerade da sehr dar├╝ber, weil ich glaube, dass mit den Bewertungen ist

00:38:22.620 –> 00:38:28.180

was sehr Menschliches. Ich habe mir jetzt gerade ├╝berlegt, was

00:38:28.180 –> 00:38:32.900

gibt es denn f├╝r Gr├╝nde? Und dann habe ich so ├╝berlegt, na ja, ich habe mal den

00:38:32.900 –> 00:38:39.220

Satz gesagt, schlechte Menschen finden immer gute Gr├╝nde. Und in meiner Welt

00:38:39.220 –> 00:38:42.820

sind das dann schlechte Menschen. Also man glaubt ja nach Mutter Teresa ist man

00:38:42.820 –> 00:38:45.660

wahrscheinlich die erste Person, die in den Himmel kommt. Da gibt es eine Studie dar├╝ber,

00:38:45.660 –> 00:38:53.260

bitte googelt die auch. Und ich denke, dass wir da zwar in die Bewertung gehen, aber es ist eine

00:38:53.260 –> 00:38:57.620

gute Entscheidung. Es ist eine gute Entscheidung f├╝r mich, es ist eine gute Entscheidung f├╝r die

00:38:57.620 –> 00:39:03.260

gro├če Masse. Und da w├Ąren wir ja beim utilitaristischen Ansatz, dass man dann einfach

00:39:03.260 –> 00:39:12.380

sagt, was ist denn das Beste f├╝r die meisten. Und ja, wei├č ich nicht, zum Beispiel, ich will

00:39:12.380 –> 00:39:19.760

jetzt nicht, die haben jetzt halt diesen Titel “Klimakleber”, weil die Bild-Zeitung auf Alliterationen

00:39:19.760 –> 00:39:25.880

steht, die sagen, sie treffen eine gute Entscheidung. Der Mensch, der zur Arbeit geht, sagt auch,

00:39:25.880 –> 00:39:32.060

er trifft eine gute Entscheidung. Der Mann, der den Krankenwagen f├Ąhrt, der gestoppt wird

00:39:32.060 –> 00:39:38.820

oder die Frau trifft auch gute Entscheidungen. Und die Frage ist, wie treffen wir denn jetzt

00:39:38.820 –> 00:39:44.700

eine gute Entscheidung. Und ich glaube, zum einen sollten wir uns als Ma├čstab nehmen.

00:39:44.700 –> 00:39:50.740

Ich schlie├če Serienm├Ârder, Psychopathen und Soziopathen von dieser Formel aus.

00:39:50.740 –> 00:39:59.820

Und ich glaube, dass wir dann nochmal gucken k├Ânnen, okay, was ist denn so eine Basis?

00:39:59.820 –> 00:40:05.420

Und ich als Ethiklehrerin muss sagen, ja, also das Grundgesetz ist eine gute Basis,

00:40:05.420 –> 00:40:10.380

die Menschenrechte sind eine gute Basis, dass man sich das ├╝berlegt, die goldene Regel

00:40:10.380 –> 00:40:14.040

ist eine gute Basis, was du nicht willst, dass man dir tut, das f├╝ge auch keinem anderen

00:40:14.040 –> 00:40:22.820

zu. Das ist, ja, finde ich an sich nicht schlecht. Ich meine, man kann das kategorischer Imperativ

00:40:22.820 –> 00:40:27.420

handeln so, als k├Ânne die Maxime deines Handelns jederzeit zum allgemeing├╝ltigen Gesetz gemacht

00:40:27.420 –> 00:40:35.020

werden. Auch das kann man aushebeln, das wei├č ich auch, und denke trotzdem, dass es wichtig

00:40:35.020 –> 00:40:40.180

ist, dass es eine bewusste Entscheidung ist und dass ich mir auch die Folgen angucke.

00:40:40.180 –> 00:40:44.020

Also ich erw├Ąhne es ja immer wieder. Ich habe in meiner Pr├╝fung Hans Jonas gemacht,

00:40:44.020 –> 00:40:50.660

Akkumulation der Folgen. Und ich glaube, dass das auch ein Ma├čstab sein k├Ânnte.

00:40:50.660 –> 00:40:56.020

Wie ist es denn, sagen ja auch Coaches zu einem, ist es in drei Monaten noch eine gute Entscheidung?

00:40:56.020 –> 00:40:59.420

Ist es in f├╝nf Jahren noch eine gute Entscheidung? Auch ob etwas wichtig ist.

00:40:59.420 –> 00:41:04.940

interessiert mich in f├╝nf Jahren noch, ob die Kassiererin unfreundlich an der Kasse zu mir war.

00:41:04.940 –> 00:41:16.020

Nun muss ich da jetzt in die Eskalation gehen. Und ist es wichtig f├╝r mich, dass ich welche

00:41:16.020 –> 00:41:21.260

Beweggr├╝nde ich habe. Ich glaube, die Beweggr├╝nde sind wichtig. Warum tue ich was? Und ich wei├č,

00:41:21.260 –> 00:41:28.860

das ist jetzt auch eine philosophische Betrachtung. Und ich wei├č, viele Menschen halten Moral f├╝r

00:41:28.860 –> 00:41:34.780

flexibel. Ich glaube, das Grundgesetz und die Menschenrechte sind es nicht. Ich finde das immer

00:41:34.780 –> 00:41:41.100

einen ganz guten Ansatzpunkt. Wer mir widersprechen m├Âge oder m├Âchte, kann das gerne tun, aber bitte

00:41:41.100 –> 00:41:46.420

recherchiert vorher einfach eine Runde und dann, ja, das ist so meine Sicht der Dinge. Du merkst,

00:41:46.420 –> 00:41:54.540

ich habe Philosophie studiert. Ja, vielen, vielen lieben Dank und ich habe zwei Punkte,

00:41:54.540 –> 00:41:59.420

die ich gerne ankn├╝pfen m├Âchte. Zum einen Ethik, Moral, Grundgesetz sind auch wieder

00:41:59.420 –> 00:42:04.380

menschlich gemachte Aspekte, die durchaus kulturell auch sehr, sehr unterschiedlich

00:42:04.380 –> 00:42:09.500

sein k├Ânnen. Das, was wir als ethisch-moralisch korrekt ansehen oder was in unserem Grundgesetz

00:42:09.500 –> 00:42:14.980

verankert ist, ist nicht unbedingt das Gleiche, was f├╝r andere L├Ąnder und Sitten gilt. Das ist

00:42:14.980 –> 00:42:19.100

mal das eine. Das hei├čt, wer entscheidet hier eigentlich in Anf├╝hrungsstrichen, was eine gute

00:42:19.100 –> 00:42:26.520

Entscheidung ist oder angelehnt an

00:42:26.520 –> 00:42:28.700

welcher Ethik, welcher Moral, welchem

00:42:28.700 –> 00:42:31.700

Grundgesetz soll das denn dann ein gutes

00:42:31.700 –> 00:42:33.620

Ergebnis sein. Das ist mal das eine, also

00:42:33.620 –> 00:42:35.540

auch das zu hinterfragen, denn auch

00:42:35.540 –> 00:42:37.740

Wertekonstrukte und so weiter und so fort,

00:42:37.740 –> 00:42:41.180

die wir sozusagen haben, nach denen wir

00:42:41.180 –> 00:42:42.900

leben, die wir vielleicht als gut oder

00:42:42.900 –> 00:42:45.020

schlecht bewerten, auch hier sind wir

00:42:45.020 –> 00:42:47.900

direkt wieder in der Bewertung drin, die

00:42:45.020 –> 00:42:49.220

letztlich zwar als Allgemeingut in einer

00:42:49.220 –> 00:42:51.660

bestimmten Gesellschaft vielleicht

00:42:51.660 –> 00:42:53.660

gleicherma├čen anerkannt sein k├Ânnen,

00:42:53.660 –> 00:42:56.940

bedeutet aber nicht, dass es hiervon nicht

00:42:56.940 –> 00:42:59.780

auch kulturell betrachtet, woanders

00:42:59.780 –> 00:43:01.460

vielleicht auch Abweichungen gibt. Und

00:43:01.460 –> 00:43:04.100

da sieht man, dass es ganz schwierig ist,

00:43:04.100 –> 00:43:05.900

sozusagen von Allgemeingut oder

00:43:05.900 –> 00:43:08.940

richtigen Entscheidungen oder Ähnlichem

00:43:08.940 –> 00:43:10.820

zu sprechen. Und das andere, was

00:43:10.820 –> 00:43:14.940

ich auch noch mal mit aufgreifen m├Âchte,

00:43:10.820 –> 00:43:17.060

Ich m├Âchte es so was wie der Coach, der dann fragt in drei Jahren, ob das dann immer noch

00:43:17.060 –> 00:43:18.580

eine gute Entscheidung ist.

00:43:18.580 –> 00:43:22.820

Meine These ist in dem Zusammenhang vor dem Hintergrund meiner Erkenntnis und Erfahrungen,

00:43:22.820 –> 00:43:27.740

die ich gemacht habe, dass ein guter Coach diese Frage so nicht formulieren w├╝rde, denn

00:43:27.740 –> 00:43:32.020

wir wissen, wir k├Ânnen ├╝berhaupt nicht wissen, ob wir eine Entscheidung in drei Jahren noch

00:43:32.020 –> 00:43:34.500

als eine gute Entscheidung bewerten w├╝rden.

00:43:34.500 –> 00:43:38.900

Der Coach k├Ânnte zum Beispiel eine Frage formulieren, also er w├╝rde es inhaltlich anders

00:43:38.900 –> 00:43:43.180

formulieren, so was in die Richtung wie, wenn wir einfach mal in die Zukunft

00:43:43.180 –> 00:43:47.900

blicken, wie f├╝hlt sich denn diese Entscheidung in drei Jahren m├Âglicherweise

00:43:47.900 –> 00:43:53.620

f├╝r dich an? Und dann kann man eben aus dieser heutigen Perspektive sozusagen

00:43:53.620 –> 00:43:57.780

versuchen, sich in dieses Zukunftsszenario hineinzudenken und

00:43:57.780 –> 00:44:03.660

hineinzuf├╝hlen, um mal zu schauen und eine Pr├╝fung f├╝r sich vorzunehmen,

00:44:03.660 –> 00:44:07.940

wohl wissend, dass ich es heute aber nicht wissen kann. Also in der R├╝ckschau

00:44:07.940 –> 00:44:12.500

kann es trotzdem sein, dass ich diese Entscheidung, die ich heute getroffen habe in der R├╝ckschau,

00:44:12.500 –> 00:44:16.660

doch wieder anders bewerte und vor dem Hintergrund von neuen Erfahrungen, die ich mache,

00:44:16.660 –> 00:44:22.340

auch wieder anders bewerte, als ich das heute in der jetzigen Situation mit meinem Erfahrung,

00:44:22.340 –> 00:44:27.140

mit meinem Erfahrungsschatz, den ich habe, mit Abw├Ągungen, die ich treffe, die Konstellation,

00:44:27.140 –> 00:44:32.180

in der ich mich befinde, m├Âglicherweise auch ganz andere Bewertungen vornehme,

00:44:32.180 –> 00:44:36.700

als ich es dann tats├Ąchlich in drei Jahren tun w├╝rde. Layla, was sagst du dazu?

00:44:36.700 –> 00:44:43.140

Ich habe gerade gemerkt, dass es so ist, dass tats├Ąchlich du hast nat├╝rlich recht. Also ich

00:44:43.140 –> 00:44:48.100

wollte damit nicht schlechter oder besser, dass wenn wir jetzt sagen, wir haben die Menschenrechte,

00:44:48.100 –> 00:44:52.900

auch wenn die international sind, wir haben das Grundgesetz, man hat sich darauf geeinigt,

00:44:52.900 –> 00:44:57.780

dass man sagt so, ja, aber deswegen sind wir dann besser oder schlechter oder den Wert,

00:44:57.780 –> 00:45:01.980

den wir jetzt haben, das ist aber der bessere moralische Wert. Da finde ich,

00:45:01.980 –> 00:45:06.820

hast du vollkommen recht. Und trotzdem dachte ich mir dann innerlich so, ja, aber warte mal, so

00:45:06.820 –> 00:45:10.580

Sachen wie “Du sollst nicht t├Âten”, dann ist mir eingefallen, ja, das stammt aus der Bibel,

00:45:10.580 –> 00:45:16.220

so ein Glaubenskonzept. Ja, und trotzdem finde ich “Du sollst nicht t├Âten” eigentlich schon einen

00:45:16.220 –> 00:45:22.860

ganz guten Wert und glaube, dass man das schon verallgemeinern k├Ânnte auf viele Gesellschaften.

00:45:22.860 –> 00:45:28.180

Es gibt jetzt nat├╝rlich auch Gegenbeispiele, wo man dann sagen kann, aber wenn wir jetzt von der

00:45:28.180 –> 00:45:31.940

pers├Ânlichen Sicherheit des Einzelnen ausgehen, dass niemand von uns, also Kurt

00:45:31.940 –> 00:45:35.580

Tucholsky hat mal gesagt, wenn ich tot bin, werde ich mir sehr fehlen, wenn wir

00:45:35.580 –> 00:45:40.860

davon ausgehen, dass wir auch mit Freude, dass wir einen ├ťberlebenswillen

00:45:40.860 –> 00:45:47.220

haben, dann glaube ich, dass man sich da vielleicht darauf einigen k├Ânnte.

00:45:47.220 –> 00:45:51.940

Das ist so das Erste, was ich sagen m├Âchte. Und wie schon gesagt, da gibt es

00:45:51.940 –> 00:45:56.260

keinen besser oder schlechter, wenn man neigt dazu. Man neigt dazu, in den

00:45:56.260 –> 00:46:02.540

Nachbarsgarten zu gucken, zu denken, dessen Kirschen schmecken besser und gleichzeitig

00:46:02.540 –> 00:46:07.740

zu denken, ja und trotzdem ist mein Baum, wenn ich den pflanzen w├╝rde, also ich habe

00:46:07.740 –> 00:46:13.140

ja schon den cooleren Kirschbaum. Das ist so das Erste. Ich glaube, das ist menschlich.

00:46:13.140 –> 00:46:18.060

Ich sage nicht, alle Menschen sind so, aber vielleicht liegt es in der menschlichen Natur,

00:46:18.060 –> 00:46:23.580

weil der Tod des Gl├╝cks ist der Vergleich. Und das andere, was du angesprochen hattest,

00:46:23.580 –> 00:46:25.580

Ich muss noch mal kurz ├╝berlegen.

00:46:25.580 –> 00:46:27.580

Kannst du es noch mal kurz fassen?

00:46:27.580 –> 00:46:29.580

Den zweiten Punkt.

00:46:29.580 –> 00:46:30.580

Entschuldigung.

00:46:30.580 –> 00:46:32.580

Mit diesem Zukunftsszenario mit dem Coach.

00:46:32.580 –> 00:46:34.580

Ach so, ja.

00:46:34.580 –> 00:46:36.580

Da muss ich ein bisschen lachen, weil zum einen

00:46:36.580 –> 00:46:38.580

du hast vollkommen recht.

00:46:38.580 –> 00:46:40.580

Ich bin da, also von der Gespr├Ąchsf├╝hrung her

00:46:40.580 –> 00:46:42.580

w├╝rde man das anders machen.

00:46:42.580 –> 00:46:44.580

Aber du hattest ja vorhin das Beispiel des CEOs gemacht.

00:46:44.580 –> 00:46:48.580

Und wenn wir jetzt davon ausgehen,

00:46:48.580 –> 00:46:50.580

dass Menschen immer mit diesen Wahrscheinlichkeiten leben.

00:46:50.580 –> 00:46:52.580

Nat├╝rlich kann man sagen,

00:46:52.580 –> 00:46:57.580

empirisch. Wir berufen uns darauf, fr├╝her ist das so gewesen, das und das ist die Folge.

00:46:57.580 –> 00:47:06.900

Aber ein CEO und auch ein Coach hat keine Glaskugeln. Das hei├čt, wir werden immer auf

00:47:06.900 –> 00:47:13.740

empirische Werte zur├╝ckgreifen und auf Wahrscheinlichkeiten. Und ich wei├č nicht, ob Wahrscheinlichkeiten

00:47:13.740 –> 00:47:19.540

auch etwas mit Wahrnehmung zu tun haben, weil, wei├č ich nicht, also ich glaube halt, wenn

00:47:19.540 –> 00:47:23.540

Ich glaube zum Beispiel, dass die Dinge gut laufen.

00:47:23.540 –> 00:47:30.540

Ich gehe davon aus, dass man gegen├╝ber mir in den meisten F├Ąllen nichts B├Âses will.

00:47:30.540 –> 00:47:36.540

Jetzt kann man sagen, ich bin dumm, aber das sind ja auch Wahrscheinlichkeiten, die ich in meinem Leben erlebt habe.

00:47:36.540 –> 00:47:46.540

Man ist so hin und her gerissen zwischen, das ist empirisch bewiesen,

00:47:46.540 –> 00:47:56.540

was aber auch ein Stand der Dinge ist. Obwohl man so Sachen wie die Schwerkraft, die ist bewiesen.

00:47:56.540 –> 00:48:03.540

Ein Apfel f├Ąllt auf den Boden, das ist nun mal so. Und ja, wei├č ich nicht, ich ├╝berlege dann aber immer

00:48:03.540 –> 00:48:10.540

diese Wahrscheinlichkeiten. Weil wir antizipieren, wir machen das ja schon so, dass manchmal hat man

00:48:10.540 –> 00:48:14.540

so das Gef├╝hl, der Gegen├╝ber guckt in eine Glaskugel und sagt jetzt, ja, aber wie w├Ąre denn das?

00:48:14.540 –> 00:48:20.020

das. Und ich finde die Formulierung viel sch├Âner. Wie w├╝rde sich das f├╝r Sie anf├╝hlen? Obwohl man

00:48:20.020 –> 00:48:25.260

da auch aufpassen muss, dass es auch nicht zu aufgesetzt wirkt. Da bin ich jetzt im Sprachlich

00:48:25.260 –> 00:48:31.700

so ein bisschen drin verhaftet und glaube, dass das, das, das wei├č ich nicht, dass das

00:48:31.700 –> 00:48:36.500

Wahrscheinlichkeiten, was sagst du zu dem Thema Wahrscheinlichkeiten und Glaskugel? Weil ich bin

00:48:36.500 –> 00:48:41.700

da echt hin und her gerissen, weil ich manchmal so denke, so naja, wie hast du dir das denn jetzt

00:48:41.700 –> 00:48:48.020

├╝berlegt. Zum Beispiel, wenn wir jetzt wieder bei den Klimaaktivisten sind, die gehen auch von

00:48:48.020 –> 00:48:55.580

Wahrscheinlichkeiten aus. Und die anderen sagen, nee, also warte mal. Und das ist aber so ├Ąhnlich

00:48:55.580 –> 00:49:01.100

wie mit dem CEO oder mit jemand anderem, der von Wahrscheinlichkeiten ausgeht. Aber irgendwann mal

00:49:01.100 –> 00:49:07.140

m├╝ssen wir uns doch auf Tatsachen und Wahrheiten auch, ja, wei├č ich nicht, einigen. Nicht einigen.

00:49:07.140 –> 00:49:14.760

Yasemin, Hilfe! Ja, finde ich wunderbar und ich finde es auch gut, dass es zu Irritationen f├╝hrt

00:49:14.760 –> 00:49:20.480

und ich hoffe, dass es eben auch bei den Zuh├Ârern ebenfalls vielleicht auch wirklich ins Nachdenken

00:49:20.480 –> 00:49:26.580

und Gr├╝beln bringt, denn das, was wir in unserer Welt oder in unserem Geiste sozusagen als so klar

00:49:26.580 –> 00:49:31.500

erachten, ist gar nicht so klar, wenn wir tats├Ąchlich anfangen, mal dar├╝ber nachzudenken

00:49:31.500 –> 00:49:35.940

oder wirklich in diese Reflexion einfach einzusteigen. Ich m├Âchte gerne so ein bisschen

00:49:35.940 –> 00:49:39.260

die Abfolge, wie du es jetzt auch argumentativ sozusagen oder auch

00:49:39.260 –> 00:49:43.140

gedanklich gef├╝hrt hast, gerne aufgreifen, auch etwa in der Reihenfolge.

00:49:43.140 –> 00:49:49.540

Also zu dem Thema Ethik-Moral, da k├Ânnen wir jetzt ganz viele Beispiele aufnehmen

00:49:49.540 –> 00:49:52.820

und du hast gerade so was Sch├Ânes gesagt, wir gucken meistens auch in den

00:49:52.820 –> 00:49:56.140

Garten des Anderen. Also wir haben ja hier ganz viele

00:49:56.140 –> 00:50:00.660

Aspekte. Nat├╝rlich erscheint es uns relativ sinnlogisch zu sein,

00:50:00.660 –> 00:50:07.260

zu nix, erst mal zu sagen, naja, also sowas wie “t├Âte keinen anderen” oder sowas.

00:50:07.260 –> 00:50:10.460

Das erscheint uns erst mal sehr logisch. Jetzt mache ich mal direkt ein paar

00:50:10.460 –> 00:50:14.060

Beispiele auf, um hier diese Irritation aufrecht zu erhalten oder ins

00:50:14.060 –> 00:50:17.100

Nachdenken zu bringen. Dennoch haben wir zum Beispiel in

00:50:17.100 –> 00:50:21.860

verschiedenen L├Ąndern die Todesstrafe. Das hei├čt, wir haben zwar den Wert,

00:50:21.860 –> 00:50:25.300

in Anf├╝hrungsstrichen zu sagen, oder ethisch-moralisch haben wir uns vielleicht

00:50:25.300 –> 00:50:30.500

darauf committed zu sagen, dass wir niemandem was Schlechtes, in Anf├╝hrungsstrichen,

00:50:30.500 –> 00:50:36.860

gestrichen und dann holen wir, dann gibt es gesetzliche Rahmenbedingungen und dann holen

00:50:36.860 –> 00:50:42.140

wir auch wieder M├Âglichkeiten, f├╝hren wir herbei, durchaus, wo dann wieder eine Legitimierung

00:50:42.140 –> 00:50:48.660

von etwas wieder stattfindet. Ganz interessant. Also auch hier, wir erheben uns immer wieder

00:50:48.660 –> 00:50:53.460

├╝ber etwas, um dann angelehnt daran wieder M├Âglichkeiten zu schaffen, T├╝ren aufzumachen

00:50:53.460 –> 00:50:57.380

oder ├Ąhnliches. Das ist nat├╝rlich l├Ąnderbezogen unterschiedlich. In manchen L├Ąndern gibt

00:50:57.380 –> 00:51:00.740

ist die Todesstrafe, in anderen wird sie nicht angewandt oder umgesetzt.

00:51:00.740 –> 00:51:02.860

Wir k├Ânnen aber auch andere Beispiele aufmachen.

00:51:02.860 –> 00:51:06.140

So etwas wie zum Beispiel den Ukraine-Russland-Krieg.

00:51:06.140 –> 00:51:08.340

Wir liefern Waffen.

00:51:08.340 –> 00:51:12.380

Im Grunde genommen geht es darum, dass niemand umgebracht werden soll.

00:51:12.380 –> 00:51:17.860

Aber in der Situation haben viele von uns die Auffassung, wir erheben uns jetzt ├╝ber

00:51:17.860 –> 00:51:18.860

andere.

00:51:18.860 –> 00:51:21.300

Und in dem Fall ist es ja, wir m├╝ssen ja da jetzt unterst├╝tzen.

00:51:21.300 –> 00:51:24.020

Ich mache das ja sehr bewusst, sehr provokativ.

00:51:24.020 –> 00:51:26.460

Wir m├╝ssen ja jetzt hier unterst├╝tzen.

00:51:26.460 –> 00:51:31.520

ist es wichtig, dass wir hier eben auch Waffen liefern. Also wird auch wieder hier etwas,

00:51:31.520 –> 00:51:36.300

was wir vom Grundsatz her, wo wir uns vielleicht einig zu sein scheinen, wir erheben uns wieder

00:51:36.300 –> 00:51:42.060

├╝ber andere, um Entscheidungen auf Basis von etwas zu treffen. So und ich m├Âchte das gar nicht

00:51:42.060 –> 00:51:45.660

bewerten, ob es richtig ist oder falsch, darum geht es gar nicht, sondern einfach mal, um deutlich

00:51:45.660 –> 00:51:50.900

zu machen, in welche Richtung unsere Entscheidungen, auf die wir uns vielleicht committed haben, auch

00:51:50.900 –> 00:51:54.340

immer wieder in Frage gestellt werden, immer wieder neu bewertet werden und immer wieder zu

00:51:54.340 –> 00:52:00.940

neuen Resultaten f├╝hren. Und das mit den Wahrscheinlichkeiten und der

00:52:00.940 –> 00:52:06.140

Glaskugel. Ja, letztendlich k├Ânnen wir Folgendes machen. Wir k├Ânnen immer nur

00:52:06.140 –> 00:52:08.940

vor dem Hintergrund von verschiedenen Zusammenh├Ąngen, die wir betrachten,

00:52:08.940 –> 00:52:13.020

sozusagen zu Entscheidungen kommen, ob das eine gute oder schlechte Entscheidung

00:52:13.020 –> 00:52:17.420

ist und bleibt letztendlich immer nur in der R├╝ckschau, auch wieder in der

00:52:17.420 –> 00:52:22.660

subjektiven Bewertung bewertbar. Und gerade, weil auch Wissenschaft mit

00:52:22.660 –> 00:52:28.020

angesprochen wurde. Wissenschaft hat ├╝berhaupt nicht oder Empirie hat ├╝berhaupt nicht den

00:52:28.020 –> 00:52:34.260

Anspruch, irgendetwas zu beweisen. Und die Wissenschaft spricht nicht davon, dass wir

00:52:34.260 –> 00:52:40.180

bewiesen haben, dass der Apfel vom Baum f├Ąllt und der wird dann unten ankommen, sondern

00:52:40.180 –> 00:52:46.060

die Wissenschaft schaut sich tats├Ąchlich an, Verifikation und Falsifikation. Das hei├čt,

00:52:46.060 –> 00:52:51.900

es wird in der Regel zum Beispiel Thesen aufgestellt und hier wird geschaut, wird gepr├╝ft und

00:52:51.900 –> 00:52:56.900

dann kommen Erkenntnisse bei raus und da k├Ânnen wir gewisse, in Anf├╝hrungsstrichen,

00:52:56.900 –> 00:53:02.020

Regelm├Ą├čigkeiten erkennen. Es gibt immer auch wieder beispielsweise auch Abweichungen

00:53:02.020 –> 00:53:08.740

oder Sonstiges. Das hei├čt, und die Wissenschaft baut ja immer auf Erkenntnissen, vorangegangenen

00:53:08.740 –> 00:53:13.660

Erkenntnissen auf. Kein Wissenschaftler, kein echter Wissenschaftler w├╝rde sich hinstellen

00:53:13.660 –> 00:53:16.940

und w├╝rde sagen, das ist bewiesen und das hattest du ja auch schon mit reingebracht

00:53:16.940 –> 00:53:22.700

diesem Aspekt. Das ist eben Stand der Wissenschaft heute. Deswegen sprechen wir vom Stand der

00:53:22.700 –> 00:53:26.780

Wissenschaft. Das hei├čt, es kann sein, dass es morgen vielleicht weitere Erkenntnisse gibt,

00:53:26.780 –> 00:53:31.420

die dazu f├╝hren, das eine oder andere wieder zu neutralisieren, wieder in andere Richtungen zu

00:53:31.420 –> 00:53:37.660

denken oder auch das, was vorher an Erkenntnissen gewonnen wurde, eben auch wieder zu erweitern.

00:53:37.660 –> 00:53:42.980

Das hei├čt, nichts von dem, was festgestellt wird, ist einfach in den Stein gemei├čelt,

00:53:42.980 –> 00:53:46.460

sondern meistens, und da sind wir wieder bei dieser Komplexit├Ąt, die ja auch gestern beim

00:53:46.460 –> 00:53:50.420

Autoren-Fr├╝hst├╝ck angesprochen wurde. Meistens sind die Themen viel zu komplex,

00:53:50.420 –> 00:53:56.020

als dass wir irgendwas als bewiesen oder widerlegt ansehen k├Ânnen, sondern

00:53:56.020 –> 00:54:00.020

widerlegt ist dann in diesem Zusammenhang nur ein ganz kleiner Aspekt

00:54:00.020 –> 00:54:04.500

unter den Rahmenbedingungen, die geschaffen worden sind und unter den

00:54:04.500 –> 00:54:09.020

Bedingungen, die wir uns angeguckt haben. M├Âglicherweise in einem anderen Kontext,

00:54:09.020 –> 00:54:12.620

wenn wir das Gleiche noch mal ├╝berpr├╝fen w├╝rden, w├╝rde vielleicht etwas ganz

00:54:12.620 –> 00:54:18.020

wiederum rauskommen. Also das ist ganz spannend hier auch noch mal, ja, diesen Aspekt der

00:54:18.020 –> 00:54:25.380

Wissenschaft, auch da ist nichts sozusagen in Stein gemei├čelt und nicht bewegbar. Und das ist

00:54:25.380 –> 00:54:29.420

vielleicht auch noch mal ganz wichtig. Und vor diesem Hintergrund haben wir im Grunde genommen

00:54:29.420 –> 00:54:35.100

├╝berall die Problematik, wenn wir genauer drauf schauen, dass wir feststellen werden, dass es

00:54:35.100 –> 00:54:41.340

immer wieder subjektive Aspekte sind, Bewertungen sind und Commitments sind, die wir vornehmen. Und

00:54:41.340 –> 00:54:44.020

vor diesem Hintergrund sozusagen unser Leben leben.

00:54:44.020 –> 00:54:45.700

Was ja auch v├Âllig in Ordnung ist.

00:54:45.700 –> 00:54:49.060

Also auch das soll jetzt nicht irgendwie infrage gestellt werden.

00:54:49.060 –> 00:54:50.860

Aber ich denke, es ist wichtig,

00:54:50.860 –> 00:54:53.300

dass wir uns das einfach auch noch mal bewusst machen.

00:54:53.300 –> 00:54:55.020

Layla, wir haben noch vier Minuten.

00:54:55.020 –> 00:54:57.220

Insofern w├╝rde ich dir gerne die M├Âglichkeit geben,

00:54:57.220 –> 00:54:58.500

hier noch mal anzuschlie├čen

00:54:58.500 –> 00:55:01.380

und dann direkt auch in die Abschlussrunde mit mir ├╝berzugehen.

00:55:01.380 –> 00:55:03.300

Was war so dein Highlight aus dem Raum?

00:55:03.300 –> 00:55:05.900

Mein Highlight aus dem Raum war,

00:55:05.900 –> 00:55:09.300

dass Entscheidungen sehr komplex sind,

00:55:09.380 –> 00:55:14.380

dass Entscheidungen sehr viel mit bewusst und unbewusst zu tun haben.

00:55:14.380 –> 00:55:19.380

Und dass es manchmal der Stand der Dinge ist.

00:55:19.380 –> 00:55:22.380

Ich habe jetzt gerade innerlich so f├╝r mich ├╝berlegt, oh Gott,

00:55:22.380 –> 00:55:26.380

was ist mit dem Flat Earth? Wie ist denn das da?

00:55:26.380 –> 00:55:33.380

Leistet man dem jetzt Vorschub, dass Menschen dann alles in Frage stellen?

00:55:33.380 –> 00:55:36.380

Und da dachte ich, ja, etwas in Frage zu stellen ist in Ordnung.

00:55:36.380 –> 00:55:41.060

Und trotzdem kann ich ja an diese Tatsache glauben, dass die Erde rund ist.

00:55:41.060 –> 00:55:46.380

Ich m├Âchte zum Abschluss gerne Bertolt Brecht, der ist mein ultimativer Liebling.

00:55:46.380 –> 00:55:50.860

Ich habe schon mit 14 “Der gute Mensch” von C├ęgeun gelesen, um mal ein bisschen zu flexen.

00:55:50.860 –> 00:55:55.620

Tolles Buch, guckt es euch bitte an.

00:55:55.620 –> 00:56:00.220

Der hat mal gesagt, wer A sagt, der muss nicht B sagen.

00:56:00.220 –> 00:56:03.740

Er kann auch erkennen, dass A falsch war.

00:56:03.740 –> 00:56:08.220

Und ich glaube, das ist so ein Punkt, wenn wir da in diesen Automatismus gehen.

00:56:08.220 –> 00:56:13.660

Wir sind sehr gepr├Ągt durch Sprache und ganz viele andere Dinge.

00:56:13.660 –> 00:56:15.900

Und das ist sehr unbewusst.

00:56:15.900 –> 00:56:17.900

Und Sprache schafft Realit├Ąt.

00:56:17.900 –> 00:56:20.540

Und wir haben immer das Gef├╝hl, wir m├╝ssen B sagen.

00:56:20.540 –> 00:56:24.500

Aber ja, Bertolt Brecht war ein toller Mensch und hat gesagt, wir m├╝ssen das nicht.

00:56:24.500 –> 00:56:27.460

Und deswegen w├╝rde ich den gerne zitieren.

00:56:27.460 –> 00:56:28.460

Danke f├╝rs Zuh├Âren.

00:56:28.460 –> 00:56:31.740

Das finde ich ganz toll zum Abschluss.

00:56:31.740 –> 00:56:36.740

Und ja, und ich hatte ja gestern auch dieses Beispiel aufgegriffen in Unternehmen.

00:56:36.740 –> 00:56:41.140

Die w├╝nschen sich h├Ąufig eben auch Methoden, Techniken und so weiter.

00:56:41.140 –> 00:56:46.140

Nach diesem Prinzip, wenn ich A mache, kommt B raus.

00:56:46.140 –> 00:56:50.180

Das ist ein Wunsch sozusagen oder ein Wunschdenken.

00:56:50.180 –> 00:56:53.580

Ja, wir wollen gerne Dinge vereinfachen.

00:56:53.580 –> 00:56:58.580

Wir wollen gerne, dass wir, dass wir auch planen k├Ânnen,

00:56:58.580 –> 00:57:05.580

dass wir sozusagen eine Vorausschau haben dessen, was dann am Ende rauskommt, wenn ich dieses oder jenes tue.

00:57:05.580 –> 00:57:11.940

Und deswegen neigen wir immer wieder dazu, zu versuchen, diese Komplexit├Ąt rauszunehmen,

00:57:11.940 –> 00:57:17.340

indem wir einfach formelhaft oder rezeptartig mit gewissen Dingen agieren.

00:57:17.340 –> 00:57:24.340

Und leider d├╝rfen wir immer wieder feststellen, wenn wir es reflektieren, dass es so einfach eben nicht ist.

00:57:24.340 –> 00:57:29.340

Ich kann zwar A machen und annehmen, dass B rauskommt, aber ob dann tats├Ąchlich B als

00:57:29.340 –> 00:57:33.540

Resultat folgt, werde ich erst in der R├╝ckschau sehen k├Ânnen sozusagen.

00:57:33.540 –> 00:57:37.380

Und auf der einen Seite, ja, was machen wir jetzt damit?

00:57:37.380 –> 00:57:42.060

Ja, jetzt k├Ânnen wir sagen, wir hinterfragen alles und bleiben im Hinterfragen stecken.

00:57:42.060 –> 00:57:44.180

Auch das ist nicht f├Ârderlich.

00:57:44.180 –> 00:57:50.060

Das hei├čt, im Sinne eines Zurechtfindens im Alltag ist es schon auch wichtig, dass

00:57:50.060 –> 00:57:53.580

wir eben auch Routinen entwickeln, diese aufgreifen und so weiter.

00:57:53.580 –> 00:58:01.580

Und gleichzeitig nicht in dieses Entweder-Oder reingehen, weil sonst bleiben wir nur im Hinterfragensmodus

00:58:01.580 –> 00:58:03.580

und kommen auch nicht mehr in die Bewegung.

00:58:03.580 –> 00:58:08.580

Und dann erscheint uns alles irgendwie auch nicht zielf├╝hrend.

00:58:08.580 –> 00:58:15.580

Sondern gleichzeitig eben, obwohl wir Routinen leben, obwohl wir Handlungsmuster haben und, und, und,

00:58:15.580 –> 00:58:20.580

immer wieder ganz bewusst an verschiedenen Stellen auch, insbesondere dann, wenn ich merke,

00:58:20.580 –> 00:58:25.300

Ich stehe vor einer Herausforderung, ganz bewusst in eine Reflexion einzusteigen, ganz

00:58:25.300 –> 00:58:31.620

bewusst zu hinterfragen, um auch wieder neue T├╝ren aufzumachen und neue Optionen f├╝r

00:58:31.620 –> 00:58:38.740

mich zu entdecken und zu realisieren, dass eben doch nichts in Stein gemei├čelt ist.

00:58:38.740 –> 00:58:41.740

Wenn ich A sage, muss ich nicht unbedingt B sagen.

00:58:41.740 –> 00:58:48.060

Wenn ich A sage, muss nicht unbedingt B rauskommen, auch als Abfolge, als kausale Abfolge sozusagen.

00:58:48.060 –> 00:58:56.460

Und wenn ich mir dessen bewusst bin, dann kann ich in bestimmten Situationen einfach auch in Anf├╝hrungsstrichen ganz anders damit umgehen.

00:58:56.460 –> 00:59:03.260

Vielleicht auch mal ins Loslassen kommen, einfach mal annehmen, wie es ist, das Beste draus machen, in die Umdeutung reingehen.

00:59:03.260 –> 00:59:11.260

Also hier habe ich ganz neue M├Âglichkeiten, die ich f├╝r mich entdecken kann und die ich f├╝r mich kontextbezogen auch wieder einsetzen kann im Alltag.

00:59:11.260 –> 00:59:17.660

Und ich denke, dass das eines der wichtigen Erkenntnisse in diesem Zusammenhang ist, dass wenn ich diese Erkenntnis gewonnen habe,

00:59:17.660 –> 00:59:21.380

dass ich dann neue T├╝ren aufmache, die ich vorher vielleicht gar nicht gesehen habe.

00:59:21.380 –> 00:59:25.380

Und insofern ja, toller Raum, finde ich total spannend.

00:59:25.380 –> 00:59:29.180

Vielen, vielen lieben Dank f├╝r die ganzen verschiedenen Beitr├Ąge.

00:59:29.180 –> 00:59:33.340

Es ist im Chat auch noch mal mit noch einiges mehr mit reingekommen.

00:59:33.340 –> 00:59:34.100

Jetzt gegen Ende.

00:59:34.100 –> 00:59:39.420

Ich w├╝rde ganz, ganz ehrlich das nochmal morgen aufgreifen wollen,

00:59:39.420 –> 00:59:42.820

weil da gehen wir ja dann auch noch mal in Erkenntnis und Perspektivwechsel rein.

00:59:42.820 –> 00:59:45.460

Das hei├čt, das eine oder andere habe ich jetzt nicht mehr aufgreifen k├Ânnen

00:59:45.460 –> 00:59:50.740

aus zeitlichen Gr├╝nden, weil es erst gegen Ende reingekommen ist sozusagen. Ich habe einfach mal

00:59:50.740 –> 00:59:55.260

einen Screenshot davon gezogen und dann k├Ânnen wir morgen das gerne zum Einstieg nehmen, denn

00:59:55.260 –> 01:00:00.340

die R├Ąume bauen ja aufeinander auf und morgen geht es weiter mit Erkenntnis- und Perspektivwechsel.

01:00:00.340 –> 01:00:05.020

Und da k├Ânnen wir dann gerne das eine oder andere, was jetzt im Chat noch mit reingekommen ist,

01:00:05.020 –> 01:00:11.380

morgen auch noch mal aufgreifen, um den Einstieg in das morgige Thema als aufbauend zu heute,

01:00:11.380 –> 01:00:17.020

zu dem Raum mit aufgreifen und hier eben nochmal den Bezug auch gerne herstellen.

01:00:17.020 –> 01:00:22.300

Vielen, vielen lieben Dank f├╝rs Mitmachen Layla und auch den anderen ├╝ber den Chat

01:00:22.300 –> 01:00:27.460

und auch das Zuh├Âren. Ich w├╝nsche euch einen wundervollen Tag und freue mich total auf morgen

01:00:27.460 –> 01:00:32.180

und bin total gespannt, in welche Richtung es dann morgen weitergeht und welche Beispiele ihr

01:00:32.180 –> 01:00:36.300

auch eben entsprechend mit reinbringt. In diesem Sinne, bis dahin. Ciao.

3 Myths Debunked ÔÇô When Science Creates Knowledge! | Dr Yasemin Yazan

When Science Creates Knowledge!

Unfortunately, there is a lot of false knowledge on the market. Be it because, for example, research results are misinterpreted or false causalities are made, or because they are transferred to other contexts that were not even the subject of the study.

We pick 3 myths and show what science already knows:

- Why Maslow's hierarchy of needs is not a reliable basis for motivation

- Why personality tests are questionable as a basis for personnel decisions

- Why a quota is needed as an effective measure against Unconscious Bias

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